Rund 13.000 Menschen, die aus der Ukraine flüchten mussten, leben aktuell in der Steiermark. Knapp die Hälfe davon ist in der Grundsicherung. Trotzdem gibt es Härtefälle, die zusätzliche Hilfe brauchen. Um sie wollen sich die VinziWerke in Graz mit einem neuen Projekt kümlmern. Koordiniert wird es von einer Frau, die selbst aus der Ukraine geflohen ist.
„Ich weiß, was es bedeutet, in einer schweren Situation Hilfe zu bekommen“, sagt Yuliia Malchevska. Als der Krieg in ihrer ukrainischen Heimat losging, saß sie einige Zeit mit ihren Kindern in einer russischen Besatzungszone. „Erst nach Wochen konnten wir flüchten. Und wenn ich unterwegs nicht Hilfe bekommen hätte, wäre ich nie in der Steiermark angekommen. Und auch hier konnte ich nur Fuß fassen, weil ich Unterstützung bekam“, sagt sie.
Private Hilfsaktion findet Heimat bei VinziWerken
Was half ihr, hier anzukommen? „Ich habe Deutsch gelernt. Und ich bin aktiv geworden“, sagt sie. Zwei Jahre lang hat sie privat Hilfe geleistet: „Ich habe insgesamt 60 Tonnen an Hilfsgütern organisiert und in die Ukraine geschickt“, erzählt sie. Nun dockt sie mit ihrer Initiative bei den VinziWerken an und wird hier zur Projektleiterin für die Aktion „VinziHerz“.
„Es geht darum, bei Härtefällen zu helfen, die von der staatlichen Ukrainehilfe nicht abgedeckt sind“, sagt Amrita Böker, Leiterin der VinziWerke. 13.140 aus der Ukraine vertriebene Menschen sind derzeit in der Steiermark registiert, 5716 davon bekommen eine Grundsicherung.
Aber in einigen Härtefällen reicht das nicht. Böker nennt ein Beispiel: „Eine ukrainische Professorin konnte mit ihren drei Kindern hierher fliehen. Sie bekommt zwar eine Grundversorgung, aber eines der Kinder hat eine Behinderung und braucht spezielle Behandlungen, die von der staatlichen Hilfe nicht gedeckt ist“, sagt sie.
Und auch vor Ort, in der Ukraine, soll „VinziHerz“ helfen: „Wir begleiten rund 300 Familien aus der Region Mariupol, die in der Nähe von Lviv Zuflucht gefunden haben und Essen, Kleidung, Medikamente und Spielzeug brauchen“, schildert Malchevska. Und auch ein Heim und ein Theater für Kinder mit Behinderungen werden finanziell unterstützt: „Je länger der Krieg dauert, desto mehr brauchen die Menschen in der Ukraine das Gefühl, gesehen zu werden, damit sie den Mut nicht verlieren“, sagt Malchevska.
Ihre Stelle als Koordinatorin von „VinziHerz“ wird von Stadt Graz und AMS ein Jahr lang gefördert: „Aber um helfen zu können, brauchen wir Spenden von Steirerinnen und Steirern“, bittet sie um Unterstützung.
Alle Infos unter: www.vinzi.at/vinziherz
Spendenkonto: AT88 2081 5000 4552 3271
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