160 Kilometer Kabel wurden verlegt, 2,5 Kilometer Förderband installiert, 38 Nahinfrarot-Sensoren in Betrieb genommen! Das alles steht auf der Visitenkarte von Europas modernster Sortieranlage für Leichtverpackungen. Das Gemeinschaftsunternehmen TriPlast nahm diese nun nach fünfmonatiger Hochlaufphase im Ennshafen in Betrieb.
Leere Joghurtbecher, Plastiksackerln, Obsttassen, Milch- und Getränkeverpackungen, Luftpolsterfolien, Tuben, Flaschen – all das darf den Weg in die gelbe Tonne oder in den gelben Sack finden, der ein Puzzleteil beim Abfallrecycling darstellt. Doch: Wo landet der Müll dann eigentlich?
Bei Verpackungsabfällen führen die verschiedenen Erfassungssysteme (zum Beispiel Hol- oder Bringsystem, Art des Behälters) und die verschiedenen Einzugsgebiete (ländlich, städtisch) zu unterschiedlich zusammengesetztem Inputmaterial, das in Sortieranlagen angeliefert wird. Die modernen Sensoren von TriPlast können 24 verschiedene Abfallsorten erkennen, analysieren und trennen, um die Rohstoffe ohne Qualitätseinbußen für das Recycling vorzubereiten. Es wird erwartet, dass sich in der angelieferten Menge rund 8% Metallverpackungen und 14% Fehlwürfe befinden. Der Rest wird sich aus verschiedenen Kunststoffverpackungen zusammensetzen.
Seit einigen Monaten wird der Großteil des österreichischen Leichtverpackungsabfalls in die Rheinstraße 1 in Enns gebracht. Unter dem Namen TriPlast haben sich hier im Ennshafen die Bernegger GmbH aus Molln, die Altstoff Recycling Austria, kurz ARA, und die Der-Grüne-Punkt-Holding zusammengetan, um Europas modernste Kunststoffsortieranlage zu errichten.
Mehr als 65 Millionen Euro wurden investiert, damit der angelieferte Müll in Ordnung gebracht und danach recycelt werden kann. Drei Siebtrommeln und 2,5 Kilometer an Förderband wurden installiert, dazu tun 38 Nahinfrarot-Sensoren ihren Dienst, um das Trennen zu erleichtern.
Nach einer fünfmonatigen Probephase wurde heute, Freitag, der Start des Regelbetriebs gefeiert. Nun können pro Jahr mehr als 100.000 Tonnen Leichtverpackungen in Enns aufbereitet werden – die Anlage deckt die Hälfte der Sortierkapazität Österreichs ab.
Und danach? Der sortierte Kunststoff verlässt in Ballenform den Standort, um dann Behälter für Shampoos, Spülmittel, Müllsäcke oder Folien herzustellen.
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