Wirbel an Volksschule

„Sexfilm“ war für den Unterricht freigegeben

Oberösterreich
23.06.2024 08:12

Kinder waren nach einem Aufklärungsunterricht an einer Volksschule im Mühlviertel verstört und Eltern beschwerten sich über die Methoden der Lehrerin. Das Verfahren wurde eingestellt, der Bildungsdirektor begründet dies in der „Krone“.

Ein im Aufklärungsunterricht an einer Volksschule im Mühlviertel gezeigter „Sexfilm“ hatte bei Eltern für große Empörung gesorgt. Außerdem habe die Pädagogin den neun bis zehn Jahre alten Kindern – es betrifft zwei Klassen – auch Kondome gezeigt und erklärt, warum es verschiedene Geschmacksrichtungen gibt.

Einige Viertklässlerinnen hätten laut den Eltern sehr verstört auf die Inhalte reagiert. Die Bildungsdirektion Oberösterreich nimmt jetzt Stellung zu den Vorwürfen, wonach man die Anschuldigungen gegen die Pädagogin „nicht ernst genommen“ habe.

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Jene Anschuldigung bzw. Beschwerde wurde geprüft und es konnte kein Fehlverhalten der Lehrerin festgestellt werden.

Alfred Klampfer, Bildungsdirektor für Oberösterreich

Mehrseitige Beschwerden
„Wir haben die mehrseitigen Beschwerden genau durchgesehen und die verwendeten Unterrichtsmaterialien in Augenschein genommen. Der genannte Film ist vom Ministerium für den Unterricht in dieser Schulstufe freigegeben“, sagt Bildungsdirektor Alfred Klampfer. Der Lehrerin sei aus Sicht der Bildungsdirektion kein Fehlverhalten anzulasten. Deshalb wurden die Untersuchungen bzw. wurde das Verfahren eingestellt.

Die Anschuldigungen seien von zwei oder drei Eltern der beiden vierten Klassen gekommen. „Natürlich nehmen wir solche Meldungen sehr ernst, da es um das Wohl der Kinder geht. Aber in diesem Fall konnten wir keine Verstöße feststellen“, berichtet Klampfer.

Mehrseitiger Erlass regelt Sexualpädagogik
Das Bildungsministerium hat in einem mehrseitigen „Grundsatzerlass Sexualpädagogik“ geregelt, wie Aufklärungsunterricht zu erfolgen hat. Dazu heißt es: „Sexuelle Entwicklung ist Teil der gesamten Persönlichkeitsentwicklung des Menschen und verläuft auf kognitiver, emotionaler, sensorischer und körperlicher Ebene. Sexualpädagogik ist somit auch insbesondere als Teil der Gesundheitsförderung zu sehen.“

Dabei soll in der frühen Kindheit begonnen werden und Sexualkunde bis zum Schulaustritt ein fixer Bestandteil sein. Die genaue Umsetzung ist nicht definiert, es können auch externe Workshops in den Unterricht integriert werden und es gibt freigegebene Lehrmaterialien.

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