Gegen den Westen

Putin und Kim besiegeln „strategische Festung“

Ausland
19.06.2024 12:14

Der russische Präsident Wladimir Putin ist zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder in Nordkorea auf Staatsbesuch. Dort traf er den totalitären Regierungschef des weitgehend isolierten Staates, Kim Jong Un. Dieser versprach Russland im Krieg gegen die Ukraine „bedingungslose Unterstützung“. Gemeinsam besiegelte man eine „strategische Festung“ gegen den Westen und gegenseitigen „Beistand“ im Fall einer „Aggression“.

Er unterstütze die Militäroperation in der Ukraine vollumfänglich und „bedingungslos“, sagte Kim nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch in Pjöngjang. Kim hatte Putin am Kim-Il-Sung-Platz der nordkoreanischen Hauptstadt empfangen. Bei dem Besuch geht es Beobachtern zufolge vor allem um weitere Waffenlieferungen für den Krieg gegen die Ukraine.

„Gegenseitiger Beistand“
Dabei haben die beiden Machthaber auch einen neuen Vertrag unterzeichnet. „Der heute unterzeichnete umfassende Partnerschaftsvertrag sieht unter anderem gegenseitigen Beistand im Falle einer Aggression gegen eine der Vertragsparteien vor“, sagte Putin am Mittwoch den russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Für Nordkorea und Russland beginne eine Phase neuen Wohlstandes, so Kim.

Der Kremlchef lud Kim den russischen Angaben zufolge zu einem Gegenbesuch ein – diesmal nach Moskau, nachdem sich die beiden im September zuletzt in Wladiwostok in Russlands fernem Osten getroffen hatten.

Schon im vergangenen Jahr seien die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern erheblich ausgebaut worden, so Putin. Bei den Gesprächen soll es nicht zuletzt um Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und internationalen Sicherheit gehen. Der 71-Jährige sagte mit Blick auf seinen Besuch von 2000, dass sich Pjöngjang zu einer schönen Hauptstadt entwickelt habe.

Nordkorea liefert Munition
Russland spiele eine wichtige Rolle beim Erhalt der „strategischen Balance“, führte Kim aus. Das kommunistische Land ist wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms mit internationalen Sanktionen belegt, die bisher auch von der UNO-Vetomacht Russland mitgetragen wurden. Im Ukraine-Krieg half Nordkorea dem Aggressor unter anderem mit umfangreichen Lieferungen von Artilleriemunition über Engpässe hinweg. Auch nordkoreanische Raketen wurden auf ukrainische Städte abgefeuert.

Pompöser Empfang 
Am Vorabend hatte Kim Putin bereits bei dessen Ankunft am Flughafen begrüßt. Die beiden international isolierten Staatsoberhäupter umarmten einander auf dem roten Teppich. 

Geplant waren auch Verhandlungen im größeren Rahmen der Delegationen beider Länder. Neben mehreren gemeinsamen Mahlzeiten ist auch eine Kranzniederlegung und ein gemeinsamer Konzertbesuch angekündigt.

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