Polizist überfahren

Tatort-Video laut ungarischen Behörden “gekürzt”

Österreich
20.11.2012 10:29
Der tragische Vorfall im Rahmen einer Polizeiaktion in Ungarn, bei dem ein Polizist überrollt und getötet worden war, schlägt weiter hohe Wellen: Nachdem am Montag ein Video von der Amtshandlung aufgetaucht war, das zeigt, wie der Lenker offenbar mit Pfefferspray angesprüht wurde, bevor er den Beamten überfuhr, erklärte die ungarische Staatsanwaltschaft am Dienstag, dass es sich dabei um eine "gekürzte Version" des ursprünglich sieben Minuten langen Videos handle. Der Mordverdacht gegen den 34-jährigen gebürtigen Kärntner bleibe aufrecht.

Der Sprecher der ungarischen Staatsanwaltschaft, Geza Fazekas, erklärte, in dem ungekürzten Video, das ein weiterer Hummer-Fahrer mit seiner Handykamera aufgenommen hatte, seien auch die polizeilichen Maßnahmen, der Widerstand des Verdächtigen und dessen Versuch, den zweiten Motorradpolizisten von der Straße abzudrängen, zu sehen. Das aktuell veröffentlichte Video sei nicht identisch mit jenem, das am Tatort beschlagnahmt worden war.

Fazekas sagte weiter, dass es die Pflicht des deutschen Anwalts des Verdächtigen gewesen wäre, dieses neue Video umgehend der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Die Tatsache, dass ein Verteidiger mit einem Beweisstück "handeln, feilschen geht" - der Jurist bot Medien das Bildmaterial für 50.000 Euro an - spreche für sich. Der 34-jährige Kärntner stehe auch weiterhin unter Mordverdacht. Experten untersuchen nun die beiden Aufnahmen.

Verfolgung endet blutig
Der Kärntner war Mitte Oktober mit drei weiteren Männern in vier Geländewagen in Südungarn unterwegs gewesen. Im Ort Apatfalva wurden sie wegen Überschreitens der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von zwei Polizisten gestoppt. Als einer der Beamten die Papiere des Österreichers kontrollieren wollte, sei dieser davongerast, hieß es seitens der Behörden. Eine Zivilstreife nahm die Verfolgung auf. Zwei Motorradpolizisten unterstützten ihre Kollegen - schlussendlich folgten die Szenen im Video.

Der überfahrene Polizist und dreifache Vater (34) starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Thomas B. selbst wurde durch vier Polizeiprojektile getroffen und schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Er hat zahlreiche Vorstrafen wegen Gewalt- oder Vermögensdelikten und soll zum Zeitpunkt des Vorfalls unter Drogeneinfluss gestanden sein. Ihm droht im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Österreich
20.11.2012 10:29
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung