Unkontrollierbare Zuckungen prägen das Krankheitsbild des Tourette-Syndroms. In der O-Line dürfen sich Footballer aber nicht mehr bewegen, als Atmen und Zwinkern. Wie es Matthew Daltrey, ein Schotte im Dress der Vienna Vikings, trotz dieses Nervenleidens schaffte, zum Champion zu werden und was unser Kaiserschmarrn damit zu tun hat, verriet er der „Krone“.
„Wer mir begegnet, der merkt es sofort. Ich habe das Tourette-Syndrom.“ Erstmals spricht Footballer Matthew Daltrey in der Öffentlichkeit über seine Erkrankung. Geboren in Schottland, hat der 27-Jährige das neuro-psychiatrische Leiden nie offiziell diagnostizieren lassen. „Die notwendigen Untersuchungen sind in Schottland sehr teuer. Es ist offensichtlich, und ich brauche kein Papier, auf dem steht, dass ich es habe“, nimmt er es pragmatisch. Dabei sind die sogenannten Tics, also unkontrollierbaren Zuckungen, gerade auf seiner Spielposition eigentlich ein Ausschlussgrund. Matthew steht in der O-Line vor dem Quarterback. Bevor der Ball im Spiel ist, dürfen er und seine Kollegen sich nicht bewegen. Alles, was über Atmen oder Zwinkern hinausgeht, würde mit Raumverlust bestraft werden. „In diesen Sekunden bin ich so konzentriert, dass es einfach nicht passiert.“
Daltrey steht nun bereits in der dritten Saison für die Vienna Vikings in der European League of Football (ELF) auf dem Feld und hat noch keine einzige Strafe produziert. Wer den Mann mit der Nummer 56 aber vor und nach den Spielzügen beobachte, wird das eine oder andere Zucken erkennen.
Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Samstag (18) in der Generali-Arena in Favoriten, wo die Wikinger die Raiders Tirol in der ELF zum „Battle of Austria“ bitte. Und das tun sie als Favorit. Noch nie hat die Wiener Franchise in dieser Liga gegen die Tiroler verloren.
Auch der Schotte, der in den USA und Finnland gelebt und gespielt hat, hat einen Bezug zu den rot-weiß-roten Bergen: „Mein Vater hat beim Kaiserschmarren-Essen auf einer Hütte meiner Mutter den Heiratsantrag gemacht.“
Mit Pittsburgh-Steelers-Linebacker TJ Watt genoss gerade auch ein NFL-Star Österreichs Berge und die Hauptstadt Wien. Mit seiner Frau Dani, einer Fußballerin, begeht er Anfang Juni den zweiten Hochzeitstag. Gemeinsam verbrachten die beiden auf einer Europa-Reise einige Tage in Österreich, sind mittlerweile in Italien. Damit verpassen sie allerdings das sicherlich sehenswerte Duell von Daltrey und Co. mit den Tirolern.
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