GUTEN MORGEN

Stupsen oder Rempeln? | Hang zur Mitte

Stupsen oder Rempeln? Lassen Sie sich gerne „anstupsen“? Kennen Sie „Nudging“? Nein, nie gehört? So ähnlich war es bei der „Krone“-Redaktionsbesprechung, als wir auf das Thema Trinkgeld zu sprechen kamen. Eine heiße Diskussion war rasch entfacht, nachdem einem Kollegen aufgefallen war, dass immer öfter bei Kartenzahlungen bereits fixe Vorschläge für Trinkgeldhöhen angeboten werden. In vielen Tourismusorten sowie in einigen österreichischen Städten wird es so wie im wahrscheinlich berühmtesten österreichischen Gastgarten, im Schweizerhaus im Wiener Prater, gehandhabt. Dort kann der Gast einen selbst gewählten Geldbetrag oder einen Prozentwert der Bestellsumme als Trinkgeld dazubuchen. Diese klare Aufforderung zur Trinkgeldgabe nennen Verhaltensökonomen „Nudging“ – anstupsen. Freilich lässt sich nicht jeder gerne stupsen. Und manche empfinden dieses Stupsen wohl eher als Drängen oder gar Rempeln.

Hang zur Mitte. Das Drängen zum Trinkgeld bedeutet für viele Gäste nämlich Stress: Sie fühlen sich vor dem Kellner und ihren Mitgästen mitunter genötigt, eine höhere Summe zu geben - nicht zuletzt, weil sie nicht als geizig wahrgenommen werden wollen. Ein deutscher Wirtschaftswissenschafter erklärt – zu lesen heute in der „Krone“ und auf krone.at -, dass durch die Vorgabe von Trinkgeldhöhen die Kunden zu einem Verhalten verleitet werden, das sie gar nicht wollen. Sie würden zwar die Vorgaben in der akuten Entscheidungssituation vielleicht als entlastend ansehen, ärgern sich aber im Nachhinein, dass sie zu viel Trinkgeld gegeben haben. Wenn nun, wie es vorkommt, 5, 10, 15, 20 und 25 Prozent als Trinkgeldhöhe angeboten werden, könne beim Menschen über den aus der Psychologie bekannten „Hang zur Mitte“ eine großzügigere Trinkgeldspende ausgelöst werden. Mit dem Hang zur Mitte – mit dem wird doch auch in der Politik immer wieder spekuliert. Da haben sich freilich auch schon viele verspekuliert…

Kommen Sie gut durch den Samstag!

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