So, 24. Juni 2018

"Reserven auf Null"

05.10.2012 19:41

UNHCR geht wegen Flüchtlingskrisen das Geld aus

Wegen zahlreicher neuer Flüchtlingskrisen kommt das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) an seine Grenzen. Und: Dem UNHCR geht das Geld aus. Die Reserven seien auf Null gesunken, sagte UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres am Freitag in Genf.

"Wir haben gleichzeitig mit mit vier schweren Krisen zu kämpfen: wegen Syrien, Mali, dem Sudan und Kongo-Kinshasa", sagte Guterres am Freitag. Die vier Krisenherde kämen zu den Langzeit-Flüchtlingskrisen wie in Somalia oder Afghanistan noch dazu.

"Wir stehen wegen der Krisen enorm unter Druck"
Im vergangenen Jahr waren laut UNHCR-Zahlen weltweit bereits 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht - innerhalb und außerhalb ihrer Heimatländer. In diesem Jahr hätten bisher bereits 720.000 Menschen ihre Heimatländer wegen Konflikten verlassen müssen.

Wegen des Bürgerkrieges in Syrien rechnet das UNHCR mit einem weiteren drastischen Anstieg der Flüchtlingszahlen. "Wir stehen unter enormem Druck wegen dieser dramatischen Kombination von alten und neuen Krisen", räumte Guterres ein.

Gefragt nach der Lage der syrischen Flüchtlinge nach den jüngsten Kampfhandlungen an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei (siehe Infobox), sagte Guterres, das UNHCR habe von der Türkei "klare Zusicherungen" erhalten, dass die Grenze für Flüchtlinge offen bleibe. Guterres appellierte auch an alle anderen Staaten in Konfliktregionen, ihre Grenzen weiter offen zu halten.

UNHCR verordnete sich hartes Sparprogramm
Wegen der knappen Mittel verordnete sich das UNHCR selbst ein Sparprogramm in Höhe von 60 Millionen Dollar (46 Millionen Euro). So muss der Hauptsitz in Genf bei seinen Ausgaben neun Prozent sparen, wie Guterres am Freitag bekannt gab.

Auch ein Programm vor Ort ist von den Sparmaßnahmen betroffen: Das UNHCR habe bereits die Rückführungsaktion für Flüchtlinge aus Cote d'Ivoire in ihre Heimat zurückgefahren, so Guterres.

Gemäß dem Hochkommissar beläuft sich das revidierte Budget des UNHCR in diesem Jahr auf fast vier Milliarden Dollar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.