Mo, 20. August 2018

Studie mit Mäusen

04.10.2012 20:00

Forscher züchten aus Stammzellen Eizellen

Aus Stammzellen lassen sich im Labor funktionsfähige Eizellen gewinnen. Zumindest im Tierversuch ist dies japanischen Forschern gelungen. Künstlich befruchtet, entwickelten sich diese Eizellen im Mutterleib zu augenscheinlich gesunden Mäusen (Bild) weiter, die wiederum selbst fruchtbar waren. Ähnliche Versuche waren zuvor bereits mit Spermien gelungen.

Katsuhiko Hayashi von der Kyoto Universität und seine Mitarbeiter benützten für ihre Experimente zwei Arten von Stammzellen: Zum einen embryonale Stammzellen, die aus Embryonen gewonnen werden und sich in jede beliebige Zelle des Körpers ausdifferenzieren lassen. Zum anderen sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen), die - für manche Menschen ethisch unbedenklicher - aus bereits ausgereiften Körperzellen gewonnen werden und sich immerhin noch in zahlreiche verschiedene Arten von Zellen ausdifferenzieren können. Diese beiden Arten von Stammzellen verwandelten die Forscher über genetische Manipulationen zunächst in Zellen, die den Urkeimzellen sehr ähneln. Aus diesen Urkeimzellen gehen Ei- und Spermienzellen hervor.

Die Forscher kultivierten diese Zellen dann gemeinsam mit Zellen aus den Eierstöcken von Mäusen, um eine Art künstlichen Eierstock zu schaffen. Sie zeigten, dass ihre Urkeimzellen sich darin ganz ähnlich weiterentwickelten wie die in einem natürlichen embryonalen Eierstock. Schließlich transplantierten sie den Komplex in die Eierstöcke von Mäusen. Dort entwickelten sich die Zellen zu Eizellen weiter, welche die Forscher dann entnahmen, im Labor ausreifen ließen und schließlich künstlich befruchteten. Die daraus resultierenden Embryonen verpflanzten sie in Mäuseweibchen zurück.

Erfolgsrate noch eher bescheiden
In beiden Fällen erhielten sie Mäusenachwuchs, der sich weiter vermehrte, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Science". Die Erfolgsrate sei zwar noch nicht sehr hoch, aber grundsätzlich liefere die Arbeit eine solide Grundlage, um auch beim Menschen die Entwicklung von Eizellen im Labor voranzutreiben, meinen die Forscher. Das ist eine zentrale Voraussetzung, um bestimmte Formen der Unfruchtbarkeit beim Menschen behandeln zu können.

Auch ein anderes japanisches Forscherteam hatte im vergangenen Jahr eine Methode vorgestellt, mit der sich funktionsfähige Spermienzellen im Labor züchten lassen. Die Wissenschafter hatten Mäusen dazu Hodengewebe entnommen und die darin enthaltenen frühen Entwicklungsstadien von Spermien zur Reifung angeregt. Mit den Spermien befruchteten sie dann Eizellen, aus denen schließlich mehrere Mäusebabys hervorgingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.