Er trinkt Bier, er verkauft Bier, seine Partei trägt Bier in ihrem Namen. Das stört in Österreich aber offenbar keinen. Im Gegenteil: Bierpartei-Gründer Dominik Wlazny erreichte schon bei der Wahl zum Bundespräsidenten vor eineinhalb Jahren auf Anhieb Platz drei.
Diese Woche hat der Mediziner, Punkrocker und Nebenberufsparteichef für ein kleines politisches Erdbeben gesorgt. Er kam in den Presseklub Concordia, um, wie er sagte, in den Parteizentralen „für Schnappatmung“ zu sorgen. Die Bierpartei werde bei den kommenden Nationalratswahlen österreichweit antreten – Umfragen sehen sie immerhin bei 5 bis 8 Prozent, was die eine oder andere etablierte Partei eigentlich nervös machen sollte. Sein Auftritt dauerte genau sieben Minuten, dann verschwand Wlazny wieder backstage, ohne die Fragen der anwesenden Journalisten zu beantworten. Parteiprogramm? Kandidatenliste? Wahlkampfbudget? Alles noch im Halbdunkel. Der Mann ist schließlich neu, deshalb verzeiht man ihm. Auch die Vermischung von privaten und politischen Geschäften.
Vielleicht sorgt er ja bei seiner nächsten Pressekonferenz, die für kommenden Mittwoch anberaumt ist, für eine Überraschung. Die Bierpartei hat dann genug zahlende Mitglieder und Geld, ihr Chef sagt endlich, wofür er genau steht, wer seine Mitstreiterinnen sind und warum man diese Truppe wählen soll. Vom Bier einmal abgesehen. Ansonsten könnte es mit der Narrenfreiheit bald vorbei sein.
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