Im April 2023 wollten vier Männer im Alter zwischen 20 und 26 Jahren in Wien ihre triste finanzielle Situation beenden. Sie spionierten ein Casino aus und planten einen bewaffneten Raub. Unter den Tätern ist auch ein einst ambitionierter Kampfsportler, der für Österreich startete. Der Coup in Favoriten ging schief, weil ein Security einen Schreckschuss abgab.
Er war Boxer und für Österreich auch bei internationalen Turnieren im Einsatz. Doch geriet der 26-jährige Vater einer Tochter nach der Scheidung von seiner Frau auf die schiefe Bahn. Am Donnerstag musste sich der frühere Sportler im Wiener Landesgericht mit zwei Mittätern wegen schweren Raubes verantworten. Ein vierter Mann wurde bereits im November 2023 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Grund: Am 17. April 2023 überfiel das Quartett Mitarbeiter des Casinos Monte Laa in Wien-Favoriten, als diese gegen 3.15 Uhr früh das Spielcasino verließen.
Sie haben in den Wochen davor das Haus dreimal ausspioniert, um zu schauen, wann und wie die Mitarbeiter das Gebäude verlassen.
Die Staatsanwältin über die Tat
„Sie haben in den Wochen davor das Haus dreimal ausspioniert, geschaut, wann und wie die Mitarbeiter das Gebäude verlassen“, berichtet die Staatsanwältin. „Sie teilten sich in zwei Teams auf, waren schwarz gekleidet und hatten Sturmhauben auf.“ Ein Duo hatte eine Gaspistole dabei, das andere eine Softair-Pistole. Beim Stiegenaufgang überraschten sie die Mitarbeiter: „Hände hinter den Kopf und weitergehen, dann wird nichts passieren“, schrie einer der Täter und wollte die Opfer dazu bringen, wieder aufzusperren. Weil einer der Mitarbeiter, ein Security, aber bewaffnet war und einen Warnschuss abgab, flüchteten die vier Räuber.
„Wir dachten, dass wir so zu schnellem Geld kommen“, sagt der Ex-Boxer und zeigt sich im Großen Schwurgerichtssaal reuig. Drogensucht, eine Depression und finanzielle Probleme seien die Auslöser gewesen: „Ich wurde dazu überredet.“ Der bereits für die Tat verurteilte vierte Täter habe gesagt: „Ihr braucht nichts zu machen, nur präsent sein, damit die Lage ernst aussieht.“ Also habe er mitgemacht.
Nach der Scheidung bin ich auf die falsche Bahn gekommen, begann Drogen zu konsumieren. Im Casino wollten wir zu schnellem Geld kommen.
Der Kampfsportler im Prozess
Einschlägige Vorstrafe
Es ist nicht die erste Straftat, in die der frühere Kampfsportler verwickelt ist. Im Vorjahr wurde er in Wiener Neustadt wegen Sachbeschädigung, Nötigung und Raub zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt. Und auch diesmal ist ein Nötigungsdelikt ein weiteres Faktum in der Anklage. Dazu bekennt sich der Angeklagte aber nicht schuldig: „Ich versuche, möglichst wenig Leute in meinem Umfeld zu verletzen.“ – Vertagt auf 7. Mai.
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