5.000 Fans live dabei

Die “Krone” beim Public Viewing im Hanappi-Stadion

Sport
21.09.2012 08:36
"Wer spielt denn heute?", fragte eine rüstige Oma, als sie am Donnerstag kurz vor 20 Uhr in Hietzing in die U-Bahn einstieg. "Na Rapid!", folgte die prompte Antwort aus mehreren Kehlen. "Ist das net woanders?" Es war woanders, 13 Kilometer entfernt kämpfte und verlor Rapid in der Europa League gegen Rosenborg Trondheim. Egal. In Hütteldorf war beim Public Viewing - zumindest auf den ersten Blick – alles wie immer. Und die "Krone" war live dabei.

Die U-Bahn voll, Parkplätze Mangelware, die Pubs und Lokale in flüssiger Geberlaune. Sogar die mobilen Imbiss-Buden bruzzelten vor dem St. Hanappi ihre Würsteln. Und tatsächlich: Eine Stunde vor dem Anpfiff wurrlte es vor der baufälligen "Fußball-Kathedrale". Die grün-weißen Schal- und Trikotträger waren da, wollten in ihr "Wohnzimmer".

Der Star war die Vidi-Wall
Vorbei an den gewohnten Einlass-Kontrollen (ohne Ticket), schon war man drinnen. Und spätestens da dämmerte es: Da stimmt was nicht. Die Tore auf dem grünen Rasen fehlten, das Flutlicht war zwar an, aber nur die Light-Version. Vier Birnen pro Mast reichten. Es war ja schließlich nur ein "Akteur" auf dem Rasen: eine Vidi-Wall. 50 Quadratmeter groß, direkt vor der Ost-Tribüne, eigentlich dem Gästesektor. Es war ja auch ein "ungebetener" Gast. Aber was sollte man machen?

Block West wie immer bummvoll
Man macht das Beste daraus. Und wenn die vom Prater ausgeschlossenen Rapid-Fans schon weit weg von Hofmann und Co. mitfiebern mussten, dann waren zusätzliche 100 Meter auch schon egal. Daher war – wie könnte es auch anders sein – der Block West voll. Bummvoll. Die treuen Fanklubs waren da, nur die Transparente am Zaun fehlten. Insgesamt sollten sich rund 5.000 Anhänger die Video-Vorführung in Hütteldorf geben. Mehr als so mancher Bundesligist zu "echten" Spielen motivieren kann.

Und phasenweise kam auch wirklich eine Fußball-Atmosphäre auf. Zu Beginn zelebrierten und skandierten die Fans in Hütteldorf gemeinsam mit Andy Marek, der live aus dem Happel-Oval zugeschaltet wurde, die Aufstellung in gewohnter Lautstärke. Dann übertönte aber der ORF-Kommentar die Gesänge. Erst Katzers Anschlusstor holte die Fans aus der Stockstarre. Beim Elferpiff bebte, bei der Parade litt St. Hanappi. Danach verhallten die "Ausgleich"-Rufe aber im kalten Westwind.

So geht für Rapid die Europa League leider erst in Charkiw los. Beide Fanflieger sind bereits voll. Da dürfen die Anhänger auch ins richtige Stadion.

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