Die nur vor der Pause starken Mattersburger gingen vor 9.600 Zuschauern durch Tore von Marvin Potzmann (2.) und Ilco Naumoski (44.) zweimal in Führung. Die nach dem Wechsel überlegene Austria setzte sich aber dank Treffern von Neuzugang Philipp Hosiner (5., 70.), Kaja Rogulj (53.) und Alexander Gorgon (91.) noch verdient durch. Im Finish der sehenswerten Partie sah der Mattersburger Alois Höller Gelb-Rot (89.).
Das Spiel erfüllte bereits in der Anfangsphase alle Erwartungen. Schon nach 30 Sekunden riss Rogulj den durchbrechenden Patrick Bürger von hinten nieder und sah dafür die Gelbe Karte. Den darauffolgenden Freistoß schoss Bürger aufs lange Eck, der nicht ideal postierte Austria-Goalie Heinz Lindner wehrte ab, Potzmann war zur Stelle und verwertete den Abpraller zum 1:0 (2.).
Hosiner trifft erstmals für die Austria
Damit war die Torsperre Lindners nach 517 Liga-Minuten beendet. Der 22-Jährige musste den Ball erstmals seit dem 0:1 gegen Sturm Graz am 28. Juli aus dem eigenen Tor fischen. Der Gegenschlag der Austria ließ nicht lange auf sich warten. Nach weitem Pass von Tomas Simkovic bediente Tomas Jun mit einem Querpass mustergültig Hosiner und dieser schob mühelos zum 1:1 ein (5.). Hosiners sechster Saisontreffer war der erste seit seinem Transfer von der Admira zur Austria.
Die Partie war weiter intensiv und ausgeglichen, größere Torchancen blieben aber mehr als eine halbe Stunde aus. Dann rollte ein Rettungsversuch von Austria-Verteieiger Emir Dilaver hauchdünn am eigenen Tor vorbei (38.). In den folgenden Minuten erarbeitete sich Mattersburg ein leichtes Übergewicht, das kurz vor der Pause die neuerliche Führung brachte. Nach Eckball von Manuel Seidl setzte sich Naumoski im Luftduell gegen Rogulj und Manuel Ortlechner durch und stellte per Kopf auf 2:1 (44.).
Stögers Kabinenpredigt hat geholfen
Austria-Coach Peter Stöger dürfte in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben, denn sein Team drehte in der Anfangsphase der zweiten Spielhälfte richtig auf. Zunächst wurde ein Treffer von Hosiner fälschlicherweise wegen Abseits aberkannt (52.), wenig später stellte aber Rogulj nach Jun-Eckball per Kopf auf 2:2 (53.). Der eingewechselte Dare Vrsic hatte die Austria-Führung auf dem Fuß (60.), auf der Gegenseite rettete Lindner gegen den ebenfalls eingewechselten Thorsten Röcher (66.).
Ein perfekter Konter brachte die Austria auf die Siegerstraße. Nach Vorarbeit von Jun, Simkovic und Gorgon schob Hosiner neuerlich ohne Probleme ins leere Tor zum 3:2 ein (70.). In der 77. Minute hatte die Austria Glück, dass es nach einem Foul an der Strafraumgrenze von Simkovic an Seidl nur Freistoß und keinen Elfer gab. Im Finish schoss Simkovic frei stehend übers Tor (90.), Gorgon machte dann aber mit dem 4:2 (91.) alles klar.
Stimmen zum Spiel
Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Rogulj hätte gleich in der ersten Minute wegen Torraub ausgeschlossen werden müssen. Genau dieser Spieler hat dann das 2:2 erzielt. Das 4:2 für die Austria war abseits. Es sollten überall die gleichen Regeln gelten. Dass wir nach der Pause nicht gut gespielt haben, darüber brauchen wir aber nicht reden."
Peter Stöger (Austria-Trainer): "Vor der Pause haben wir ein paar Sachen nicht so umgesetzt, wie wir das besprochen hatten. Das haben wir dann in der Kabine in aller Ruhe angesprochen. In der zweiten Spielhälfte haben wir die Sachen dann sehr gut umgesetzt. Das Spiel war für uns sehr, sehr wichtig. Denn wir haben gezeigt, dass wir auch auf einen Rückstand und auf Gegentore reagieren können. Momentan sind wir auf einem ganz guten Weg."
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