Kraftwerksbau Kühtai

„Schnecke“ für 100-jährige Dienste eingemauert

Tirol
17.04.2024 18:00

Der Bau des unterirdischen Tiwag-Kraftwerkes in der Bergkaverne schreitet planmäßig voran. Die Dimensionen der Erweiterung im Kühtai sind für den Laien atemberaubend. Die „Schnecke“ für den Wasserzufluss bekommt einen Betonmantel verpasst, der muss rund 100 Jahre halten!

Allein die Tatsache, dass die Erweiterung des Tiwag-Kraftwerkes Kühtai über eine Milliarde Euro kostet, lässt die Dimensionen erahnen. Und der exklusive Einblick, den das Energieunternehmen Medienvertretern gewährte, bestätigte die Superlative.

Jahresproduktion um 40 Prozent steigern
Die Busfahrt in das Berginnere lässt mehrere Tunnelabzweigungen ähnlich die eines Labyrinths erkennen, bis endlich an der 40 Meter hohen und 25 Meter breiten Kaverne Endstation ist. Das künftige Herz der Kraftwerkserweiterung Sellrain-Silz, welche die Jahresstromproduktion um 40 Prozent steigern wird.

Zu diesem Zwecke wurde für das neue Pumpspeicherkraftwerk auch der neue Speichersee „Kühtai“ angelegt, etwa halb so groß wie der bestehende Speicher „Finstertal“. Aus beiden Arsenalen kommend, wird das Wasser zwei Francis-Turbinen unter Tag antreiben. Seit August 2023 wurden in mehreren Arbeitsschritten die Turbinenteile angeliefert und verbaut.

Was Projektleiter Klaus Feistmantl den Journalisten hier auf dem Bildschirm erklärt, werden Interessierte im September live betrachten können. (Bild: Hubert Daum)
Was Projektleiter Klaus Feistmantl den Journalisten hier auf dem Bildschirm erklärt, werden Interessierte im September live betrachten können.

Weitere 220 kV-Leitung ins Inntal nicht notwendig
„Letzte Gelegenheit, die schneckenähnlichen Zuleitungen zu den Turbinen zu besichtigen“, erklärt Projektleiter Klaus Feistmantl, „die werden in Bälde zur Stabilisierung eingemauert, um in den nächsten 100 Jahren der Stromerzeugung zu dienen.“ Stabil sind auch die Pläne der Tiwag, das Pumpspeicherkraftwerk 2026 in Betrieb zu nehmen. In Zeiten von Stromüberschuss wird nämlich das Wasser in den Speicher Finstertal wieder hochgepumpt, um daraus neuerlich Energie zu gewinnen.

Die Zu- und Ableitung der elektrischen Energie erfolgt über eine kurze, erdverlegte 220 kV Kabelverbindung zum bestehenden Kraftwerk Kühtai. Eine neue Hochspannungsleitung ins Inntal sei nicht notwendig. Am 14. September wird es für alle Interessierte die Möglichkeit geben, einen Blick hinter die Kulissen der Kraftwerksbaustelle zu werfen.

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