Wahlkrimi in Innsbruck

Jetzt will Ex-ÖVPler grünen Willi vom Thron stoßen

Tirol
15.04.2024 08:28

Dramatik pur am Sonntag bei der Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl: Grünen-Amtsinhaber Georg Willi fuhr einen in dieser Form nicht erwarteten Sieg ein. Er landete in der Direktwahl mit 22,9 Prozent an erster Stelle. Paukenschlag zudem: Ex-ÖVP-Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) schaffte es mit 19,4 Prozent als Zweiter ebenfalls in die Stichwahl am 28. April.

Nach internen Querelen war Anzengruber aus der Volkspartei ausgeschlossen und als Vizebürgermeister abgewählt worden. Er gründete eine eigene Liste, trat bei der Innsbruck-Wahl an und schaffte tatsächlich die Sensation: Platz zwei bei der Listenwahl, Platz zwei bei der Bürgermeister-Direktwahl.

Schafft Johannes Anzengruber (li.) in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Georg Willi die Sensation? (Bild: Christof Birbaumer)
Schafft Johannes Anzengruber (li.) in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Georg Willi die Sensation?

Willis Amtszeit nach einer Periode vorbei?
Heißt: Der ehemalige ÖVPler tritt am 28. April in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Georg Willi an – und will den Grünen (Willi wurde 2018 zum ersten grünen Bürgermeister einer Landeshauptstadt gewählt) nach nur einer Amtszeit wieder vom Thron stoßen.

FPÖ erlebte blaues Wunder, ÖVP floppt
Nicht in die Stichwahl gelangte FPÖ-Bürgermeisterkandidat Markus Lassenberger, der mit 15,9 Prozent nur auf Platz drei landete. Der Freiheitliche hat im Vorfeld sogar als Top-Favorit gegolten. Platz vier ging an SPÖ-Kandidatin Elisabeth Mayr (15,2 Prozent).

Bei der Stimmabgabe Sonntagfrüh mit seiner Freundin war Florian Tursky noch optimistisch. (Bild: Christof Birbaumer)
Bei der Stimmabgabe Sonntagfrüh mit seiner Freundin war Florian Tursky noch optimistisch.

Eine schwere Niederlage musste Ex-ÖVP-Staatssekretär Florian Tursky einstecken, der mit dem bürgerlichen Bündnis „Das Neue Innsbruck“ angetreten war. Er blieb mit nur 10,4 Prozent in der Direktwahl weit abgeschlagen. 

Grüne auch bei Listenwahl auf Platz 1
Bei der Listenwahl siegten laut vorläufigem Endergebnis ebenso die Grünen mit 18,9 Prozent. Sie büßten damit im Vergleich zu 2018 einige Prozentpunkte ein (2018: 24,2 Prozent). Bei den Mandaten verlor man zwei und hält nun bei acht von 40 Gemeinderatsmandaten. Auch hier landete Anzengruber bei seinem ersten Antreten auf Platz zwei: 16,8 Prozent und ebenso starke acht Mandate heimste der Ex-ÖVP-Vizebürgermeister ein.

Dahinter landete die FPÖ mit 15,2 Prozent und sieben Mandaten (2018: 18,56 Prozent und acht Mandate). Auf Platz vier kam die SPÖ mit 13,6 Prozent und sechs Mandaten – was ein Plus bedeutete, denn bei der letzten Wahl war man auf 10,32 Prozent und vier Mandate gekommen.

Auch Kommunisten schaffen Einzug
Enttäuschend auch hier das Abschneiden von Turskys „Das Neue Innsbruck“. Es reichte lediglich für 10,2 Prozent und vier Mandate. Außerdem im künftigen Gemeinderat vertreten: Die KPÖ (3 Mandate), die Liste Fritz (2 Mandate) und die Alternative Liste Innsbruck (ALI, 2 Mandate).

Künftig eine Dreier-Koalition in Innsbruck?
In puncto möglicher Koalition nach der Wahl, die konkret wohl erst nach der Stichwahl verhandelt wird, tut sich jedenfalls ein großes Fenster für eine Mitte-Links-Variante auf, etwa in Form einer Dreier-Koalition. Denn die Grünen, die Anzengruber-Gruppierung und die SPÖ würden zusammen auf 22 Gemeinderatsmandate kommen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol



Kostenlose Spiele