Angriff auf Redakteur
Iran: „Staatlich geplantes Attentat“ ist haltlos
Nach einem Messerangriff auf einen iranischen Journalisten in London hat sich jetzt die iranische Regierung zu Wort gemeldet. Redakteurinnen und Redakteure des Exil-Senders Iran International würden Stimmung gegen die Islamische Republik machen. Ein staatlich geplantes Attentat sei haltlos.
Zuvor hatte auch der Sender BBC über Drohungen der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gegen Journalistinnen und Journalisten sowie deren Familien berichtet. Die Revolutionsgarden sind Irans Elitestreitmacht und auch im Ausland aktiv.
Wie berichtet, war der Journalist Puria Serati des Exil-Mediums am Freitagnachmittag im Londoner Stadtteil Wimbledon mit einer Stichwaffe attackiert worden. Er wurde dabei nicht lebensgefährlich am Bein verletzt. Das Motiv war zunächst unklar. In jüngster Zeit gab es jedoch verstärkt Drohungen gegen persichsprachige Journalistinnen und Journalisten. Daher sei die Antiterroreinheit der Londoner Polizei mit den Ermittlungen beauftragt worden, hieß es.
Entführungs- und Mordpläne gegen Regierungsgegner
Seit 2022 gab es laut Polizei immer wieder vereitelte Entführungs- oder gar Mordpläne gegen Menschen in Großbritannien, die Gegnerinnen oder Gegner der iranischen Regierung sind. Der Sender Iran International hatte seine Zentrale bereits im Frühling 2023 nach Drohungen von London nach Washington verlegt.
Im Iran ist das Medium als Terrororganisation eingestuft. In der Vergangenheit hatte die Staatsführung dem Sender vorgeworfen, im Auftrag von Saudi-Arabien negative Nachrichten über die Islamische Republik verbreiten zu wollen.
Die Zeitung „Guardian“ hatte 2018 berichtet, dass Iran International durch eine Offshore-Einrichtung und ein Unternehmen finanziert wird, dessen Direktor ein saudischer Geschäftsmann mit engen Verbindungen zum Kronprinzen und faktischen Herrscher Mohammed bin Salman ist. Das Medienunternehmen wies den Bericht zurück und verwies auf seinen unabhängigen und unparteiischen Journalismus.







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