Spencers Prügelpartner

„Nobody“ Terence Hill feiert seinen 85. Geburtstag

Society International
29.03.2024 12:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für „Winnetou“-Filme stand er Mitte der 60er-Jahre noch als Mario Girotti vor der Kamera, als Terence Hill wurde er später an der Seite von Bud Spencer in Hau-drauf-Filmen oder solo in Rollen wie „My Name Is Nobody“ berühmt: Am heutigen Freitag feiert der italienische Schauspieler, Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur seinen 85. Geburtstag. 

Mario Girotti kam in Venedig zur Welt. Die Familie zog 1943 in ein Städtchen nahe Dresden und erlebte die schweren Luftangriffe mit. Nach Kriegsende und der Rückkehr nach Italien studierte Girotti nach dem Schulabschluss zunächst einige Semester Literatur, um sich dann dem Schauspiel zuzuwenden.

Mit zwölf erstmals vor der Kamera
Die ersten Erfahrungen vor der Kamera machte er mit zwölf. In den 50ern und 60ern, Boom-Jahre des italienischen Kinos, drehte er Filme am Fließband. Massenware meist, aber auch in Luchino Viscontis Meisterwerk „Der Leopard“ spielte er mit.

Im deutschsprachigen Raum wurde Girotti durch Nebenrollen in Karl-May-Verfilmungen bekannt: Als Leutnant Robert Merril durfte er etwa in „Winnetou II“ dem Apachen die Hand schütteln und die Häuptlingstochter Ribanna heiraten.

Künstlername eine Hommage an Mutter
1967 sollte sich Girotti aus einer Liste von Namen ein Pseudonym für das internationale Geschäft aussuchen. Er entschied sich nach einer Nacht Schlafen für Terence Hill. Den Grund dafür erläutert der Sohn eines Italieners mit seiner Familiengeschichte: Weil seine damals schon verstorbene deutsche Mutter Hildegard Thieme hieß – also mit den Initialen HT, andersherum TH.

Mit dem neuen Pseudonym für den Italo-Western „Gott vergibt ... Django nie!“ wurde ziemlich alles anders. Im selben Jahr heiratete er die Deutsch-Amerikanerin Lori Zwicklbauer, die Karriere nahm richtig Fahrt auf.

Lebenslange Freundschaft mit Bud Spencer
Und der drahtige Mann mit den stahlblauen Augen hatte zum ersten Mal einen etwas korpulenteren Kollegen mit Bart an der Seite, ebenfalls aus Italien, der eigentlich Carlo Pedersoli hieß, nun aber: Bud Spencer. Das war der Auftakt einer lebenslangen Zusammenarbeit und Freundschaft. Gleich die erste Szene, die das Duo drehte, war eine Schlägerei.

Die gemeinsamen Filme hießen „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ oder „Vier Fäuste für ein Halleluja“, die Story war immer schlicht und gleich: Schönling und Koloss raufen sich zusammen, verprügeln Schurken und klopfen Sprüche wie „Geh mir aus der Sonne“, „Ich hau Dir ‘ne Delle in die Gewürzgurke“ oder „Ohne Heu kann das beste Pferd nicht furzen“.

Spencer & Hill waren Garanten für riesigen kommerziellen Erfolg. „Wenn Bud und ich zusammen drehten, machte es einfach klick, und wir waren lustig“, erinnerte sich Hill. Vom Tod des anderen 2016 mit 86 Jahren erfuhr er bei einem Dreh in der spanischen Wüste – dort, wo alles begonnen hatte.

Auch solo erfolgreich
Im Unterschied zu Spencer hatte Hill auch solo Erfolg. Als sein bester Film gilt vielen der Spaghetti-Western „Mein Name ist Nobody“, mit der Hollywood-Legende Henry Fonda an seiner Seite, der dafür zum letzten Mal einen Colt in die Hand nahm. Regie führte Kino-Großmeister Sergio Leone, die Musik kam von Ennio Morricone.

Später versuchte sich Hill mehrfach selbst als Regisseur, zum Beispiel 1984 mit einer Neuauflage des Priester-gegen-Bürgermeister-Klassikers „Don Camillo und Peppone“. Den katholischen Geistlichen verkörperte er selbst. Die Kritiken waren mäßig.

Als Don Matteo auf Verbrecherjagd
Aus dem Wirken als Kinopfarrer entwickelt sich jedoch eine in Italien überaus erfolgreiche Fernsehserie, in der er als Pater „Don Matteo“ Kriminalfälle löste. Erst nach mehr als 250 Folgen machte er damit vor drei Jahren Schluss. Auch die TV-Serie „Die Bergpolizei – Ganz nah am Himmel“, in der er als Bergförster Pietro Verbrecher in den Dolomiten jagte, ist inzwischen Geschichte.

Nach vielen Jahren in seiner Wahlheimat USA lebt Hill heute die meiste Zeit in Umbrien, wo die Familie seines Vaters herkommt. Im Städtchen Amelia betreibt er einen Eissalon, die Gelateria Girotti. In Sachsen, der Heimat der Mutter, gibt es eine Filiale: den Terence Hill Eis Saloon.

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