"Ich kann doch als Spieler nicht immer zufrieden sein. Gegen die Italiener blutleer 1:2 verloren, gegen Argentinien gibt es wieder drei Stück. Da stellen sich die Jungs hin und sagen: 'Morgen geht's weiter.' Da muss ich mich doch auch mal ärgern. In den letzten Monaten hat sich immer wieder gezeigt, dass die Elf in der Defensive Probleme hat. Große Mannschaften brauchen eine Kompaktheit, eine Stabilität im Defensivbereich", schimpfte der "Titan" in seiner Brandrede.
Kritik auch an Löw
In Richtung Löw sagte Kahn: "Die Argentinier hätten ein Tor nach dem anderen schießen können. Es ist ja alles schön und gut mit Spielphilosophie, aber der Gegner hat zu viele Torchancen. Ich denke, der Bundestrainer muss sich grundsätzliche Gedanken machen."
Laut Kahn fehlen dem deutschen Team die letzten zehn Prozent, "um ganz an die Spitze zu kommen". Löw stand zunächst geduldig daneben und antwortete dann diplomatisch auf Kahns Vorwürfe: "Ich kann doch nicht sagen, ein Spieler hat zehn Prozent zu wenig gegeben. Das ist doch gar nicht messbar."
Breitseite von Bierhoff
Schärfer fiel die Reaktion von Team-Manager Oliver Bierhoff bezüglich Kahns Attacke aus. Er sprach das WM-Finale 2002 an, als Deutschland das Finale gegen Brasilien 0:2 verloren hatte. "Damals saß Oliver auch stumm am Pfosten." Kahns Antwort auf diese Breitseite fiel sehr kurz aus: "Ist das jetzt das Niveau, auf dem wir diskutieren wollen?"
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