„Krone“-Kommentar

Politische Palm-Esel

Kolumnen
22.03.2024 20:00

Der alte Volksbrauch, jenen, der am spätesten aufsteht, am Palmsonntag als „Palm-Esel“ und am Pfingstsonntag als „Pfingst-Ochsen“ zu bezeichnen, dürfte den meisten progressiven urbanen Zeitgenossen wohl nicht mehr bekannt sein. Auf dem Lande allerdings pflegt man allzu träge Langschläfer noch immer scherzhaft als Faulpelze an den Pranger zu stellen.

Faulheit, beziehungsweise Untätigkeit – vielleicht auch Unfähigkeit – gilt es aber auch im Bereich der hohen Politik anzuprangern.

EINERSEITS werden wir just in diesen Tagen geradezu bombardiert mit politischen Wohltaten: Steuererleichterungen für die Häuselbauer, Milliarden für die Bauwirtschaft, Polizei-Sonderkommandos gegen Jugendkriminalität, Anti-Migrations-Verträge mit Ägypten und so weiter und so fort.

ANDERERSEITS heißt es im guten alten deutschen Sprichwort: Am Abend wird der Faule fleißig. Und umgelegt auf die Politik, bedeutet das, dass die Regierenden vor Wahlen ganz plötzlich hektische Betriebsamkeit entwickeln.

Dennoch sind wir bei der Inflation nach wie vor an drittletzter Stelle im EU-Vergleich. Dafür sind wir aber führend bei den Frauenmorden. Die PISA-Studie wiederum attestiert uns immer mehr Analphabeten. Dafür verzeichnen wir eine immer größere Anzahl jugendlicher Messerstecher.

Da haben sich also etliche unserer Minister die Bezeichnung „politischer Palm-Esel“ absolut verdient.

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