Paul Plut in Graz

Im Alpengarten erblühen düstere Gewächse

Steiermark
15.03.2024 20:00

Als Sänger der Bands Marta und Viech ist der Ramsauer Paul Plut bekannt geworden. Nun legt er mit „Herbarium“ sein bereits drittes Solo-Album vor.  Im Grazer Orpheum hat er das Werk nun bei einem grandiosen Konzert präsentiert.

Paul Plut ist kein Mann der fröhlichen Töne – das lassen bereits die Titel seiner ersten beiden Solo-Alben vermuten: „Lieder vom Tanzen und Sterben“ und „Ramsau am Dachstein nach der Apokalypse“. Doch die Art und Weise, wie Plut sich in seinen düsteren Dialektgospels an seiner Heimat abarbeitet wie ein Bergarbeiter ist faszinierend. Immer wieder geht er musikalisch unter Tage, in der Hoffnung einen Diamanten zu finden – und taucht doch nur mit dreckigen Fingern und einer Staublunge wieder auf.

Songs über Schuld und Sühne
Auf seinem neuen Album „Herbarium“ nun buddelt der Mann mit dem dunklen Timbre erstmals nicht nur im eigenen Garten: In seinem Songgarten erblühen auch Coverversionen von Hildegard Knef und Daniel Johnston, sowie die Vertonung eines Textes von Christine Nöstlinger. Dennoch bleibt Plut seinem Grundkonzept treu: Er singt dunkel-schimmernde Songs über das Leben am Land und über die Vergänglichkeit, über Schuld und Sühne, über ausgebeutete Landschaften und ausgebeutete Menschen.

Was auf dem Album mit tiefschwarzer Politur aufbereitet wird, kommt live wunderbar dreckig daher. Mit seinen beiden Live-Musikern Marie Pfeiffer und Julian Pieber zaubert er im Grazer Orpheum extra auf Einladung von Platoo ein Set auf die Bühne, das wild und voller Klangexperimente ist, zugleich aber auch Momente von großer Intimität und Verletzlichkeit schafft.

Mit solchen Auftritten und Alben wie „Herbarium“ zimmert sich Paul Plut sein ganz eigenes Herrgottswinkerl in der heimischen Musikszene.

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