Wahlkampf in Vösendorf

Bürgermeister-Flugblatt lässt Opposition schäumen

Niederösterreich
15.03.2024 05:50

Dass Bürgermeister Hannes Koza (ÖVP) die Einstellung der Ermittlungen gegen ihn trotz Diversion wie einen Freispruch feiert, lässt die vereinte Opposition so nicht gelten. Vor allem die SPÖ übt harsche Kritik: „Großspurige Abgehobenheit!“ Den Wahlkampf vom Zaun gebrochen hat allerdings der Ortschef selbst . . .

Per Flugzettel hat Hannes Koza, ÖVP-Bürgermeister von Vösendorf, der mit seiner „Rechnungsaffäre“ ins Visier der Justiz geraten war, die Bürger darüber informiert, dass „sämtliche Strafverfahren gegen mich eingestellt wurden“. Allerdings: Dass das in der Causa wegen Urkundenfälschung erst aufgrund einer Diversion, in deren Rahmen Koza rund 2000 Euro zu zahlen hatte, geschah, erwähnte der Ortschef darin mit keinem Wort.

Wahlkampf tobt bereits
Das ist Wasser auf den Mühlen der Opposition, befindet man sich doch mitten im Wahlkampf, zumal Koza nach Bekanntwerden der Vorwürfe – wie berichtet – in eine vorgezogene Gemeinderatswahl geflüchtet war, indem er seine Fraktion geschlossen zum Rücktritt bewegt hatte. Nur er selbst war im Amt geblieben. Am 5. Mai werden die politischen Karten daher in Vösendorf neu gemischt. 

„Diversion ist kein Freispruch“
Neos-Sprecherin Indra Colini und Alexandra Wolfschütz (Grüne), betonten: „Eine Diversion ist kein Freispruch.“ Noch dazu habe der ÖVP-Politiker selbst zugegeben, die Anwaltsrechnung, die er nach einem strittigen Posting erhalten habe, gefälscht zu haben, wie Kerstin Liebl, Spitzenkandidatin der FPÖ für die Vösendorfer Wahl, anmerkt: „Da mutet es doch einigermaßen skurril an, dass er jetzt das Unschuldslamm spielt. Wenn jemand das in der Privatwirtschaft macht, ist er in der Sekunde seinen Job los.“

Zitat Icon

Klar ist, Koza hat weder Verantwortung gezeigt noch Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten gezogen. Hätte er das getan, wäre er zurückgetreten.“

Indra Collini, Landessprecherin der Neos

SPÖ plädiert für Neuanfang
Das betont auch SPÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander: „Das ist eine Form von bornierter und großspuriger Abgehobenheit, die eine Beleidigung für jeden rechtschaffenen Bürger ist.“ Dies sei ein „absolut unwürdiges Verhalten“ für einen Bürgermeister. „Vösendorf verdient einen Neuanfang!“, schließt Zwander.

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