Österreichs Staatssekretärin für Tourismus, Susanne Kraus-Winkler, sprach auf der ITB in Berlin mit der „Krone“ über die Zukunft des Skifahrens und das Saisonniers-Kontingent. „Ohne Mitarbeiter aus dem Ausland geht es nicht“, sagt die Staatssekretärin.
„Krone“: Viel wird auf der ITB in Berlin über Nachhaltigkeit diskutiert. Wie nachhaltig ist Österreichs Skitourismus? Und wie lange wird es ihn noch geben?
Susanne Kraus-Winkler: Skitourismus – oder sagen wir besser Schneetourismus mit vielen verschiedenen Aktivitäten – wird in jedem Fall wichtig für Tirol und Österreich bleiben. Es stimmt nicht, dass Wintertourismus nicht nachhaltig ist. Kaum ein Wirtschaftszweig denkt so viel übers Energie- und Ressourcensparen nach wie die Seilbahnwirtschaft. Und diese investiert laufend viel in schonende Technologien. Da haben wir noch eher bei Gebäuden Nachholbedarf, etwa wenn es um das Heizen in Hotels geht.
Ohne Mitarbeiter aus dem Ausland geht es nicht. In der EU wird es immer enger mit der Personalsuche.
Susanne Kraus-Winkler
Tirol ist stark vom Verkehr durch den Tourismus belastet. Sehen Sie einen Ausweg?
Wir haben zwei Herausforderungen: die Anreise und die Mobilität in den Regionen. Derzeit schaffen wir acht Prozent Bahnanreisen. 100 Prozent sind unrealistisch. Aber es gibt einige Hebel: etwa die Entzerrung der Anreisezeiten. Immer noch fahren fast alle zur selben Zeit. Hier kann uns die Künstliche Intelligenz helfen. Mit ihrer Unterstützung lassen sich Verkehrsströme steuern, Ankunftszeiten staffeln. Beim Verkehr vor Ort sind die Regionen gefordert. Im Winter gelingt es schon gut, dass die Urlauber das Auto stehen lassen und mit dem Skibus fahren. Im Sommer möchte aber jeder unabhängig sein.
Die Personalnot im Tourismus ist sehr groß. Wie kann die Politik helfen?
Österreich hat für die Größe des Landes eine enorm starke Tourismusbranche. Ohne Mitarbeiter aus dem Ausland geht es nicht. In der EU wird es immer enger mit der Personalsuche. Das Saisonniers-Kontingent öffnen wäre eine Lösung.
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