In einem Interview mit dem schweizerischen "SonntagsBlick" hatte der FIFA-Boss gesagt: "Gekaufte WM. Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10:10 bei der Abstimmung ein 10:9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv."
Er glaube nicht an Verschwörungstheorien, sondern nur an Fakten, stellte Blatter nun klar. "Solange keine konkreten Beweise vorliegen, dass bei irgendeiner WM-Vergabe etwas schief gelaufen ist, muss und soll man an der Rechtmäßigkeit der Wahl festhalten. Dies gilt für Deutschland ebenso wie für alle anderen Länder. Das ist die Kernaussage meiner Botschaft."
Deutsche empört
Die Deutschen, allen voran Fedor Radmann, ehemaliger Vizepräsident des Organisationskomitees, hatten zuvor auf Blatters Interview empört reagiert. "Wir haben die Abstimmung 12:11 gewonnen und nicht 10:9, und durch die Enthaltung haben wir eine Stimme verloren und nicht gewonnen", wies Radmann die Vorwürfe von Blatter zurück.
Auch "Kaiser" Franz Beckenbauer schritt ein und bestritt die besagten Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe. "Ich kann die Äußerungen und Andeutungen von Sepp Blatter nicht nachvollziehen. Er irrt ja schon beim Ergebnis. Es war 12:11 für uns, nicht 10:9", so Beckenbauer.
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