Nach Filmen wie „The Meyerowitz Stories“ oder „Uncut Gems“ zeigt der sonst für seine Komödien bekannte Hollywoodstar nun auch in „Spaceman“ seine Qualitäten als „ernster“ Schauspieler. Dabei bleibt er (fast) auf sich alleine gestellt...
Es ist schon 189 Tage her, dass Jakub Procházka (Adam Sandler) zu seiner Solo-Mission ins Weltall aufgebrochen ist. Gen Jupiter manövrierend, soll der tschechische Raumfahrer die mysteriöse, violette Chopra-Wolke genauer unter die Lupe nehmen. In der Weite des Alls ist es natürlich einsam und Jakub hat mit einigen Hürden zu kämpfen. Das desolate Raumschiff samt seiner defekten Toilette, die dem Raumfahrer schlaflose Nächte bereitet, ist aber seine geringste Sorge. Es ist die Funkstille zwischen ihm und seiner Frau Lenka (Carey Mulligan), die ihm Kopfzerbrechen bereitet.
Zwar versuchen ihn sein Kommunikationspartner Peter (Kunal Nayyar) und seine Kommandantin Tuma (Isabella Rossellini) zu beruhigen, aber tief im Inneren weiß er, dass etwas nicht stimmt. Es ist die Summe aller Dinge, die Jakub an den Rand des Wahnsinns treibt. Das gipfelt in vermeintlichen Halluzinationen, die vielleicht aber doch real sein könnten. Das Ergebnis: Er freundet sich der Riesenspinne Hanuš (im englischen Original von Paul Dano gesprochen) an, die plötzlich in seinem Raumschiff auftaucht.
„The Meyerowitz Stories“, „Uncut Gems“, „Hustle“ - dass Adam Sandler mehr sein kann, als Hollywoods (höchst erfolgreiche) Ulknudel, stellte er schon mehrfach unter Beweis. Daran knüpft der 57-Jährige in „Spaceman“ mit seiner schauspielerischen Leistung nahtlos an. Zwischen ihm und der Riesenspinne entstehen nicht nur (Paul Danos Stimmleistung sei Dank) humorvolle Momente, sondern auch Wärme, Empathie und am Ende Freundschaft. Doch die Verbindung zur Erde ist in jeglicher Hinsicht holprig. Rossellinis Kommandantin hat man genauso winig Tiefe gegeben, wie Mulligans Ehefrau Lenka, mit der es kriselt - was sie an ihrem Mann findet oder je gefunden hat, bleibt gleichermaßen rätselhaft wie die Chopra-Wolke.
Warum auf der tschechischen Mission (Der Film trägt den Untertitel „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“) kein einziger Tscheche involviert ist? Ein Mysterium des Universums. Adam Sandler ist also auf eine Solo-Mission aufgebrochen, die sich leider irgendwo in den unendlichen Weiten des Weltalls - oder den Gedanken von Regisseur Bo Johan Renck („Chernobyl“) - verliert.
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