Weil seine viel jüngere Gattin aus der gemeinsamen Wohnung heraus mit Cannabis dealte, muss nun auch ein 80-jähriger Wiener vor Gericht. Ihm wird der Besitz von über einem Kilo Suchtgift vorgeworfen. Er findet klare Worte über seine Frau: „Ich hab ihr gesagt, dass sie ein Trottel ist.“
Gestützt von seiner Ehefrau nimmt ein 80-Jähriger auf der Anklagebank Platz. Ihm und seiner Gattin wird ein Suchtgiftprozess gemacht, den man nicht alle Tage im Wiener Landesgericht sieht: Die 55-Jährige soll aus der gemeinsamen Wohnung im 10. Bezirk heraus Cannabis verkauft haben.
1,5 Kilo Cannabis in Wohnung von Pensionisten gefunden
„Es ist klar, dass ich mit jugendlichem Leichtsinn hier nicht punkten kann“, schließt Anwalt Mirsad Musliu die so oft gebrauchte Verteidigungsstrategie in Drogenverfahren aus. Die großen gefährlichen Drogendealer würden hier trotzdem nicht vor dem Richter sitzen. Zwar wurden in der Wohnung des Ehepaars eineinhalb Kilo Cannabis und über 26.000 Euro sichergestellt, die Motivation hinter dem Verkauf war aber: „Damit ich meinen Eigenbedarf finanzieren kann“ - gibt die jüngere Frau zu.
Es ist nicht immer von Vorteil, wenn die Frau viel jünger ist. Man kann sie nicht von so einem Unfug abhalten.
Anwalt Mirsad Musliu
Der 80-Jährige hätte damit überhaupt nichts zu tun. „Na, haben sie die Drogenpäckchen im Wohnzimmer nicht gesehen? Haben Sie Ihre Frau je darauf angesprochen?“, hakt Herr Rat nach - „Ja, ich hab gesagt, dass Sie ein Trottel ist.“ Dass seine Gattin zehn bis 15 Abnehmer hatte, davon habe er gar nicht gewusst. Er kommt mit einer Diversion davon.
Bedingte Haftstrafe für Ehefrau
Die 55-Jährige wird indes wegen gewerbsmäßigem Verkauf von Suchtgift nicht rechtskräftig zu sechs Monaten bedingte Haft verurteilt. Die Rechnung mit dem Eigenbedarf würde laut dem Richter nämlich nicht aufgehen. Der Verteidiger der beiden, Mirsad Musliu gibt noch mit auf den Weg: „Es ist nicht immer von Vorteil, wenn die Frau viel jünger ist. Man kann sie nicht von so einem Unfug abhalten.“
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