Der Wahlkampf in der Steiermark ist längst eröffnet. Nicht lumpen lässt sich bei seiner Image-Kampagne SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz. Eine Tatsache, die viele Genossen mit fragenden Blicken zurücklässt, vor allem, da er für seine Charmeoffensive meist Erfolge in ÖVP-Ressorts aufgreift.
Offiziell will man in keinem politischen Büro etwas von einem Wahlkampf wissen - doch in Wirklichkeit ist dieser freilich längst eröffnet. Der Beweis dafür lächelt uns täglich mehr oder weniger verwegen in allen möglichen Farben von einer Plakatwand entgegen.
Besonders ambitioniert ist offenbar SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz ins Wahljahr gestartet. Bislang wohl eher nur Polit-Insidern ein Begriff, drängt der gebürtige Leobner jetzt augenscheinlich ins Rampenlicht. In den letzten Tagen und Wochen schmückte sein Konterfei immer wieder und großflächig Print- und Onlineausgaben diverser Blätter. Selbst Parteichef und LH-Stellvertreter Anton Lang hat da das Nachsehen. Rechnet man kurz nach, wurden dafür allein in den letzten beiden Wochen Zehntausende Euro lockergemacht.
Keine SPÖ-Erfolge?
Auffällig: Bei Slogans (so überhaupt welche neben dem Konterfei des Klubobmanns Platz finden) wie „Verbesserungen in Kindergärten und Krippen“ oder „Mehr Gehalt für das Gesundheitspersonal“ wirbt er bislang ausschließlich mit Erfolgen schwarzer Ressorts (in diesem Fall Werner Amon bzw. Karlheinz Kornhäusl). Beobachter sehen in Schwarz‘ Kampagne ein klares Indiz, dass er sich in Stellung bringt und zeigen will, dass er für höhere Weihen bereit ist.
SPÖ-Umbildung noch vor der Wahl?
SPÖ-Umweltlandesrätin Ursula Lackner gilt ja bereits die längst Zeit als Ablösekandidatin. Trotz diverser Fehltritte und Skandale in ihrem Ressort (Stichwort Abteilung 13!) hält Lang bisher an ihr fest. Sieht Schwarz jetzt seine Stunde gekommen? Krempelt die SPÖ gar vor der Wahl noch einmal ihr Regierungsteam um? In der SPÖ-Parteizentrale wischt man derartige Spekulationen schnell vom Tisch. „Es handelt sich eben um eine Kampagne des Klubobmanns, um die sozialdemokratische Handschrift in der Regierungsarbeit aufzuzeigen“, heißt es auf „Krone“-Anfrage lapidar.
„Dringliche“ wegen Pensionsskandal
Hohe Wellen schlug die „Krone“-Story über die fehlenden Millionen in der Vorsorgekasse der Landeslehrer. Vor allem, dass nun, wie berichtet, nach der internen Revision ein Beamter im Visier steht, der behauptet, auf eine Weisung aus dem Büro der ehemaligen Bildungslandesrätin Julian Bogner-Strauß (ÖVP) gehandelt zu haben. Eine Behauptung, die freilich nicht belegt ist. FPÖ-Bildungssprecher Stefan Hermann fordert nun eine „lückenlose Aufklärung der Vorfälle“.
Neos-Klubobmann Niko Swatek geht sogar noch einen Schritt weiter und wird den aktuellen Landesrat Werner Amon mit einer Dringlichen Anfrage konfrontieren. „Die Landesregierung hat entweder willentlich oder durch Unfähigkeit einen Millionenschaden für Lehrkräfte verursacht“, schüttelt Swatek den Kopf.
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