Die Menschen werden älter, viele brauchen Hilfe, aber immer weniger arbeiten in diesem Job. Eine Lehre soll dem jetzt entgegen wirken.
Der erste Pflegelehrling des Burgenlandes heißt Johann Nicolas Mädl, genannt Hansi. Der 19-Jährige hat zum ersten Mal beim Zivildienst in die Pflege hinein geschnuppert. Seinen Bundesheer-Ersatz hat er nämlich im Haus St. Nikolaus in Neusiedl am See absolviert. Was ihm dort besonders gefallen hat? „Die Interaktion mit den alten Menschen. Dass man sich mit ihnen beschäftigt, auch wenn es nur ein bisschen plaudern ist, wird wertgeschätzt. Es ist einfach eine schöne Aufgabe, sich mit der älteren Generation abzugeben“, so der Neusiedler Bursche.
Er hat zwar bereits eine Lehre als Einzelhandelskaufmann absolviert, ab 1. März wird er allerdings noch eine anhängen: und zwar als Pflegelehrling.
Genauer gesagt als Pflegeassistent. Die Ausbildung dauert drei Jahre, hängt man ein viertes Jahr dran, wird man zum Pflege-Fachassistenten.
Neue Lehre seit Herbst des Vorjahres
Den neuen Lehr-Zweig gibt es seit 2023. Caritas-Direktorin Melanie Balaskovics freut sich über das Interesse von Hansi Mädel und hofft, dass ihm weitere Lehrlinge in Caritas Einrichtungen folgen werden. „Die Pflegelehre kann eine weitere Komponente sein, um junge Menschen für das Berufsfeld Pflege und Betreuung zu ermutigen und dem Personalmangel entgegenzuwirken“, meint sie. Auch Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth sieht die neue Lehrmöglichkeit äußerst positiv. „Menschen, die für Menschen arbeiten werden immer wichtiger“, erklärt er. „Und auch, dass man diesen Beruf von der Pieke auf lernt. Damit gibt es weltweite Jobgarantie.“
Hansi Mädl wird im Haus St. Nikolaus von zwei ausgebildeten Praxisanleitern unterstützt. Zudem wir ihm eine Supervision angeboten und eine Vertrauensperson zur Seite gestellt. Einmal im Jahr muss er in die Berufsschule.
Martin Dyczek ist im Haus für ihn zuständig. Er freut sich über die Möglichkeit einem jungen Menschen von der Pieke auf den Lehrberuf zu zeigen. „Ich glaube auch, dass das eine Chance ist, junge Leute für den Pflegeberuf zu begeistern“, so der Caritas-Mitarbeiter.
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