Bis dahin hatte Vettel im Hafen von Valencia souverän auf Siegkurs gelegen. Souverän bedeutete in diesem Fall mit rund 20 Sekunden Vorsprung auf den ersten Verfolger. Einen Nachweis dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen der Rennberuhigung nach dem hart geahndeten Unfall von Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne (25.000 Euro Strafe und zehn Startplätze in Silverstone zurück) mit Heikki Kovalainen und dem Defekt an Vettels Wagen gab, blieb Red Bull aber schuldig.
Er rede nicht gern über "hätte und wäre", aber jeder habe gesehen, "was wir hätten leisten können", meinte Vettel, der auch noch unmittelbar nach dem Ende der Safety-Car-Phase voran gelegen war. Bis sein Bolide - wahrscheinlich aufgrund einer defekten Lichtmaschine - zum ersten Mal in dieser Saison streikte und der Deutsche die Rivalen vorbeiziehen lassen musste.
"Mies gelaufen"
"Es ist einfach wirklich mies gelaufen, weil ich der festen Überzeugung bin, dass wir unsere gute Leistung auch bis zum Schluss hätten halten können", bekräftigte Vettel noch einmal im Tagebuch auf seiner Homepage. Vettel richtete den Blick aber auch gleich wieder nach vorne: "Was bleibt, ist natürlich die positiven Aspekte nicht aus den Augen zu verlieren. Wir konnten allen zeigen, was in uns und dem Auto steckt und dass wir richtig schnell sein können."
"Dürfen uns nicht fertig machen lassen"
Allerdings ist auch eines klar: Zum Grand Prix von Deutschland in rund einem Monat wird Vettel unter keinen Umständen als WM-Spitzenreiter anreisen. Mit weiterhin 85 Punkten ist er auf den vierten Rang abgerutscht. Mit einem Sieg in zwei Wochen in Silverstone könnte er maximal bis auf einen Zähler an Valencia-Sieger Fernando Alonso (111) herankommen. "Trotzdem dürfen wir jetzt auf gar keinen Fall niedergeschlagen sein und uns von diesem Tag fertig machen lassen", betonte Vettel nach dem ersten Ausfall 2012.
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