25.06.2012 11:36 |

England enttäuscht

Hodgson: "Pirlos Coolness kann man halt nicht üben"

England hat wieder einmal in der Entscheidung vom Elfmeterpunkt versagt. Gegen völlig überlegene, aber ineffiziente Italiener retteten sich die "Three Lions" im EM-Viertelfinale am Sonntag zwar ins Elfmeterschießen, zogen dort aber mit 2:4 den Kürzeren. "So auszuscheiden, ist extrem bitter, aber es ist schon oft passiert", sagte Stürmerstar Wayne Rooney. Teamchef Roy Hodgson bewunderte vor allem Italiens Andrea Pirlo, der seinen Elfer lässig via "Schupfer" verwertet hatte: "Pirlos Coolness kann man halt nicht üben."

"Diese Souveränität hast du als Spieler, oder du hast sie nicht", sagte der Ex-Trainer von Paul Scharner bei West Bromwich Albion.

Gerrard: "Dachte, wir haben diesmal Glück"
Nach Treffern von Steven Gerrard und Rooney sowie Riccardo Montolivos Fehlschuss hatten die Engländer auf den Sieg und ersten Halbfinaleinzug bei einem großen Turnier seit der EM 1996 hoffen dürfen. Ashley Young traf in der Folge mit einem wuchtigen Schuss aber nur die Latte, und Gianluigi Buffon hatte mit einem schwach geschossenen Versuch von Ashley Cole keine Mühe. "Ich habe echt geglaubt, dass wir dieses Mal im Elfmeterschießen das nötige Glück haben, aber es hat wieder nicht sein sollen", sagte Gerrard.

Der Teamkapitän war verständlicherweise traurig, vor allem auch da eine "fantastische" Abwehrleistung nicht belohnt wurde. "Jedes Mal, wenn wir eingelaufen sind, haben wir unser Land stolz gemacht, aber wieder sind unsere Herzen gebrochen worden, das ist ganz schwer zu akzeptieren", sagte der Mittelfeldspieler.

Gerrard vergaß aber im Moment des bitteren Outs auch nicht auf eine realistische Einschätzung der Partie. "Ich muss Italien loben, sie haben eine fantastische Mannschaft." Die Überlegenheit der Italiener gestand auch Rooney ein, der seinen Elfmeter souverän verwandelte. "Sie hatten mehr Ballbesitz und Chancen, aber viele Hochkaräter waren nicht dabei", resümierte der Manchester-United-Stürmer.

Rooney blickt schon wieder in die Zukunft
Rooney kehrte trotz des bitteren Ausscheidens vor allem das Positive hervor. "Niemand hat von uns viel erwartet bei diesem Turnier, aber wir haben gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben", erinnerte der 26-Jährige. "Wir müssen den Kopf jetzt wieder hoch nehmen. Wir sind gut organisiert und das ist gut für die Zukunft", blickte Rooney optimistisch in die Zukunft. Die nächste Aufgabe startet bereits im Herbst mit den Qualifikationsspielen zur WM 2014 in Brasilien, in der die Engländer in der Gruppe H auf Montenegro, die Ukraine, Polen, Moldawien und San Marino treffen.

Teamchef Hodgson ist fix dabei, hatte er doch erst Anfang Mai einen Vierjahresvertrag unterzeichnet. Nach dem letzten Auftritt beim Turnier in Polen und der Ukraine lobte der 64-Jährige die Courage seiner Mannschaft. "Die Mannschaft hat alles gegeben", betonte Englands Trainer. "Es war eine sehr gute Leistung, ich bin sehr zufrieden, wie die Spieler England vertreten haben."

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