Der Wasserleitungsverband im Norden steckt 400 Millionen Euro in die Instandhaltung und den Ausbau der Infrastruktur. 50 Millionen sind fremdfinanziert, der Kredit läuft in 40 Jahren aus.
Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland setzt sich aus 66 Gemeinden der politischen Bezirke Mattersburg, Eisenstadt und Neusiedl zusammen. Hauptaufgabe ist die Versorgung von mehr als 180.000 Menschen mit einwandfreiem Trinkwasser.
Facelifting ist notwendig
Um dies weiter garantieren zu können, müssen vom WLV in den kommenden zehn Jahren 400 Millionen Euro investiert werden. Denn die vor sich hinalternde Infrastruktur - 3000 Kilometer Leitungen, 52 Brunnen, 63 Wasserbehälter plus eine Vielzahl an Bauwerken - entspricht nicht mehr dem Stand moderner Technik und hat ein Facelifting nötig.
Um diese 400 Millionen aufzubringen, musste der WLV zusätzlich zu den laufenden Gebühreneinnahmen bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) ein Darlehen in Höhe von 50 Millionen platzieren und ausverhandeln. Der WLV sieht sich dabei als Vorreiter, da es gelungen sei, „als erster Gemeindeverband in Europa die guten Konditionen der EIB ins Burgenland zu holen“.
Konkret wurde ein Direktdarlehen „mit Fixzinssatz zu sehr guten Konditionen“ fixiert. Die Vorbereitungen hatten ein Jahr gedauert, ehe die Vertragsunterzeichnung kürzlich in der EIB in Luxemburg stattfinden konnte.
Höherer Bedarf und „attraktive Finanzierung“
Der Obmann des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland, Ernst Edelmann, und sein Stellvertreter Josef Tschida erklären unisono: „Aufgrund der großen Herausforderungen mit Klimawandel, zu erneuernden Altanlagen sowie dem höheren Bedarf in unserer attraktiven Wohn- und Wirtschaftsregion, müssen wir die Investitionstätigkeit massiv erhöhen.“ Einen Großteil schaffe man über die Gebühreneinnahmen. „Nun ist es uns gelungen, eine sehr attraktive Fremdfinanzierung für anstehende Neubauten und Sanierungen abzuschließen.“
Freilich hat der 50-Millionen-Kredit ein Ablaufdatum, im Jahr 2064 muss das Darlehen abgestottert sein. Nicht anzunehmen, dass das Wasser in den kommenden 40 Jahren billiger wird - aber Hauptsache: Wir haben’s!
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