Wasser, Gräber und Co. werden in immer mehr Gemeinden im kommenden Jahr teurer - und das trotz der von dem Bund erst kürzlich propagierten „Gebührenbremse“. Die Leidtragenden sind die Bürger.
Auf die Bewohner vieler Gemeinden kommen finanziell noch viel belastendere Zeiten zu. Denn neben der omnipräsenten Teuerung droht nun in vielen Kommunen ein Anstieg der Gebühren. Und das, obwohl der Bund vor wenigen Wochen noch öffentlichkeitswirksam die „Gebührenbremse“ verkündet hat. Viele Millionen Euro wurden den Gemeinden versprochen, damit diese Abgaben für Wasser, Müll und Co. eben nicht erhöhen müssen. Doch genau das passiert gerade vielerorts.
Wie etwa in Perchtoldsdorf im Bezirk Mödling. Dort wird ab kommendem Jahr Wasser um 57 Prozent mehr kosten, die Preise für die Kurzparkzone werden verdoppelt, auch die Friedhofsgebühren, die Aufschließungskosten und die Hundeabgaben werden erhöht. „Und dennoch reicht das alles nicht aus, um einen ausgeglichenen Haushalt darzustellen“, kritisiert SPÖ-Gemeinderat Anton Plessl.
Gleichzeitig wird ständig und auf hohem Niveau in die Infrastruktur investiert: Allein 2023 flossen von der Marktgemeinde über 2,1 Millionen Euro in die Wasserversorgung und eine Million Euro in die Abwasserbeseitigung.
Gregor Gatscher-Riedl, Sprecher der Gemeinde Perchtolsdorf
„Nicht leicht gemacht“
Man habe sich die Erhöhungen nicht leicht gemacht, heißt es indes aus dem von einer schwarz-grünen Koalition regierten Perchtoldsdorfer Rathaus. Einige der Gebühren seien aber seit 2010 unverändert gewesen. Die Kostenentwicklung und der noch fehlende Verteilungsschlüssel der „Gebührenbremse“ durch das Land mache einen Anstieg der Tarife aber unausweichlich. „Da die letzte Valorisierung so lange zurückliegt, macht sich dieser Schritt mit einem durchschnittlichen Anstieg von rund 30 Prozent entsprechend bemerkbar. Er ist aber ohne Alternative“, betont man im Heurigenort.
Nicht die einzige Gemeinde...
Gleichzeitig verweist man darauf, dass man bei weitem nicht die einzige Kommune ist, die diesen Schritt setzen musste. Beim Wasserpreis, der von 1,4 Euro auf 2,2 Euro pro m³ gestiegen ist, liege man beim Blick auf vergleichbare Gemeinden auf einem nicht unüblichen Niveau. Im benachbarten 1500-Seelen-Ort Hennersdorf werden die Kosten für Abfall und Friedhof um 18 Prozent angehoben, kritisiert die örtliche SPÖ. Deren Parteigenossen haben wiederum in der Landeshauptstadt eine Erhöhung beschlossen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.