Er kommt aus den Bergen und ist in atemberaubendem Tempo in lichteste Höhen geklettert: Der Tiroler Immobilienjongleur René Benko erreichte Gipfel, von denen andere nur zu träumen wagen, landete unter den reichsten der Reichen auf dieser Welt. Auf dem Weg auf diese Höhen bediente er sich vieler Seilschaften, rote, schwarze, pinke, ganz besonders auch türkise Helfer sonnten sich gerne im Glanz, den der reiche Aufsteiger verbreitete. Nun der große, sich längst abzeichnende Sturz vom Gipfel. Am Mittwoch musste Benkos Signa Holding wie erwartet die Insolvenz anmelden. Der absolute Super-GAU. Doch der Tiroler verlässt auch in der Pleite nicht die Superlative und auch nicht die Gipfel: Denn die Überschuldung von fast fünf Milliarden Euro - das ist die höchste Pleitensumme in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte, der höchste Schuldenberg aller Zeiten. Und diese Pleite löst wohl auch das größte Zittern aus - bei Investoren, die ihr Geld zu verlieren drohen, aber genauso bei Banken, die so wie viele dem Jongleur auf den Leim gegangen sind. „Krone“-Wirtschaftschef Dr. Georg Wailand wundert sich: „Er ist der Drahtzieher von tausend (!) Gesellschaften. Ist das niemandem vorher aufgefallen? Den Banken nicht, den Investoren nicht, der Aufsicht nicht?“, fragt er in seinem Kommentar. Um zu resümieren: „Tausende Jobs sind weg, viele Milliarden ebenso. Zu hoch gepokert, kann man da nur sagen, viel zu hoch . . .“ Man könnte auch sagen: Zu hoch geklettert, viel zu hoch.
Geplatzte Träume. Zu den Bewunderern und Förderern des abgestürzten Jongleurs hat man auch immer Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz gezählt. Er hat dem Tiroler viele Türen, unter anderem zu Putin, zu arabischen Potentaten und zu deutschen Spitzenpolitikern geöffnet. Jetzt pfeift der eisige Bergwind durch so manche Tür auch auf den Öffner zurück. So bekommt die Öffentlichkeit zunehmend auch Einblick auf die Beziehung zwischen Kurz und Benko, denn es bestehen auch Verbindlichkeiten gegenüber einer Firma des Ex-Bundeskanzlers. Für die Gewinnung eines ausländischen Geldgebers hatte Kurz über seine SK Management an Signa eine Rechnung in Höhe von 2,4 Millionen Euro gestellt. Bezahlt wurden aber nur 750.000 Euro. Ein Sprecher des Ex-Kanzlers bestätigte am Mittwoch „Krone“-Recherchen - ja, es habe 2023 einen Auftrag der Signa an die SK Management gegeben. Dafür sei ein Honorar in Rechnung gestellt worden, „wovon der Großteil nicht beglichen wurde“. Da platzen gerade viele Träume…
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