Schulen gut besucht

Nachwuchs gesichert: Tirols musikalische Zukunft

Tirol
30.11.2023 13:00

Heute besuchen in Tirol mehr Kinder und Erwachsene eine Musikschule als noch vor 20 Jahren. Der Fokus liegt vor allem, aber nicht nur, am Spaß-Aspekt - wer möchte, kommt weit. Die älteste Musikschülerin ist stolze 84 Jahre alt.

Auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung für den Nachwuchs stoßen viele Eltern auf die Musik. Gitarre, Klavier, Blockflöte – viele Kinder in Tirol wachsen mit einem Instrument auf, besuchen Musikschulen, spielen in Orchestern und Kapellen.

22 Landesmusikschulen gibt es in Tirol, die zentral über das Tiroler Musikschulwerk organisiert sind. In ihnen werden mehr als 19.000 Schüler unterrichtet. Dazu betreiben Innsbruck, Hall und Wattens noch je eine gemeindeeigene Musikschule mit insgesamt 6156 Schülerinnen und Schülern.

Älteste Schülerin ist 84, jüngste 1
Altersmäßig gibt es in Tirol dabei keine Grenzen: Die älteste Schülerin an den Tiroler Landesmusikschulen war im Schuljahr 22/23 84 Jahre alt, die jüngste gerade einmal 1. Oft beginnen die Kleinsten mit musikalischer Früherziehung: Bewegung und Tanz, Singen und Sprechen, kurz: Musik einfach kennenlernen und erfahren stehen hier im Vordergrund.

Die meisten Menschen, die Musikunterricht nehmen, sind im Volks- bzw. Mittelschulalter. Doch auch jüngere und ältere Erwachsene nehmen Unterricht. Rund die Hälfte der über 24-jährigen Musikschüler sind Mitglied in einer musikalischen Vereinigung.

Wettbewerbe, Prüfungen: Musik mehr als nur Hobby
Musikschulen organisieren Veranstaltungen und Konzerte, stellen Ensembles zusammen oder ganze Orchester, nehmen an Wettbewerben teil. Mit Übertrittsprüfungen, den sogenannten Leistungsabzeichen, qualifizieren sich die jungen Musiker für den Eintritt in Kapellen und den Aufstieg in die nächste Leistungsstufe - denn auch an der Musikschule gibt es Elementar-, Unter-, Mittel- und Oberstufe. Wer aus der Musik mehr als nur ein Hobby machen will, geht ans Tiroler Landeskonservatorium und studiert dort.

Dass das Musizieren aus der Mode kommt, zeigt sich in den Zahlen der Musikschulen übrigens nicht – im Gegenteil: Seit dem Schuljahr 2000/2001 hat sich die Schüleranzahl an den Tiroler Landesmusikschulen um ein Drittel erhöht.

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Es braucht lange Zeit, dass man das in dieser Form aufbauen kann.

Orchesterleiter Stefan Köhle

Land Tirol forciert Musik auch an den Volksschulen
Mittlerweile gibt es an mehr als 30 Volksschulen im Land einen Musikschwerpunkt, wo die Kinder statt einmal dreimal pro Woche eine Stunde Musikerziehung haben. Zudem hat das Land zusammen mit der Bildungsdirektion, der Pädagogischen Hochschule und der Privaten Katholischen Hochschule Edith Stein eine Bildungsoffensive für Musik in der Volksschule gestartet, im Zuge derer alle Schüler mit Unterrichtsmaterialien versorgt werden sollen.

Kleine Musiktalente sorgen auf großer Bühne für goldene Klänge
Was schon die Jüngsten können, wenn sie die richtige Ausbildung bekommen, machen Musikwettbewerbe wie „prima la musica“ oder der Österreichische Jugendblasorchesterwettbewerb deutlich. Bei letzterem gab es heuer einen Tiroler Gesamtsieg: Das Jugendblasorchester (JBO) Landeck Wind von der Landesmusikschule Landeck konnte sich - nicht zum ersten Mal - den Titel holen.

Orchesterleiter Stefan Köhle weiß, wie viel Arbeit hinter diesem Sieg steckt. „Es braucht lange Zeit, dass man das in dieser Form aufbauen kann.“ Und der Aufbau ist gelungen: Immer wieder konnte Landeck Wind in seiner Altersstufe den Bundeswettbewerb für sich entscheiden, „den Gesamtsieg haben wir dreimal geschafft“, erzählt Köhle. Sein Orchester spielte heuer in der Stufe C, das heißt, dass die Schüler durchschnittlich 14,45 Jahre alt waren.

Kinder immer noch motivierter
Dass ein so junges Orchester zu solchen Leistungen fähig ist, ist einem System geschuldet: „Wir haben ein Probespiel eingeführt“, erklärt Köhle, „die Kids müssen zuerst einer Jury vorspielen, damit sie ins Orchester kommen.“ Aufgenommen wird danach fast jeder. Darum geht es aber auch gar nicht. Vielmehr will man den Kindern ein besonderes Gefühl vermitteln: „Dass man bei Landeck Wind mitspielen darf - und nicht muss!“

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Aus unserem Orchester sind schon einige Kapellmeister, Musikstudenten und so weiter herausgewachsen.

Orchesterleiter Stefan Köhle

Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen - und ist auch der Disziplin geschuldet, die die jungen Musiker bei den wenigen Proben vor dem Wettbewerb - „Wir versuchen, sie auf ein Minimum zu beschränken, da viele bereits Verpflichtungen bei Erwachsenen-Kapellen haben.“ - an den Tag legen: Sie spielen sich selbst ein, sind pünktlich und konzentriert. „Die Motivation von den Kids wird immer noch lässiger und intensiver“, freut sich der Orchesterleiter. Er versucht, den Jungmusikern möglichst viel mitzugeben: „Das soll auf Bezirksebene ein Multiplikator sein. Aus unserem Orchester sind schon einige Kapellmeister, Musikstudenten und so weiter herausgewachsen.“

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