Vulkanausbruch droht
Grindavik: Menschen bringen Besitz in Sicherheit
Angesichts von zahllosen Erdbeben wachsen auf Island die Befürchtungen vor einem Vulkanausbruch. Am Dienstag haben die isländischen Behörden den Einwohnern der evakuierten Stadt Grindavik erlaubt, ihre Hab und Gut aus Wohnungen bzw. Häusern zu holen.
Viele Menschen machen sich deshalb auf den Weg, um ihre wichtigsten Dinge in Sicherheit zu bringen.„Ich bin eigentlich nur da, um mein Haus so leer wie möglich zu machen und das Wichtigste mitzunehmen: Sachen für die Kinder, Weihnachtsgeschenke, solche Sachen. Nur das Wichtigste“, sagt Jóhannes Jóhannesson, einer der Bewohner von Grindavik.
Schäden größer als bisher angenommen
Bereits am Samstag hatten die Besitzer von 20 Häusern Habseligkeiten und Haustiere retten können. Zivilschutzchef Vídir Reynisson sagte laut dem Sender RUV, die Schäden in der Stadt seien größer als angenommen. Wasser- und Stromleitungen seien durch die Beben beschädigt worden.
Grindavík liegt rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Reykjavik. Die rund 3700 Einwohner haten in der Nacht auf Samstag ihre Häuser verlassen müssen, weil ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel unter der Stadt hindurch bis ins Meer verläuft. Die nahe gelegene Blaue Lagune, eine der bekanntesten Touristenattraktionen Islands, war bereits Tage zuvor geschlossen worden.
Experten sehen drei mögliche Szenarien
In den vergangenen Tagen hatte es Hunderte Erdbeben in der Stadt gegeben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es in Kürze zu einem Vulkanausbruch in unmittelbarer Nähe kommen könnte. Experten nannten am Wochenende drei mögliche Szenarien: Entweder das Magma breche auf dem Festland aus, die Lage beruhige sich oder es gebe einen Ausbruch am Meeresboden vor der Küste.
Der Wetterdienst des Inselstaates erklärte am Montag, das Magma (flüssiges Gestein; Anm.) in dem Tunnel könne wahrscheinlich leicht einen Weg an die Erdoberfläche finden, sodass eine Vorwarnung kaum möglich sei. Deshalb sei es notwendig gewesen, die Stadt Grindavik zu evakuieren und die Straßen zur Stadt zu sperren.
Ausbruch vielleicht vor Insel im Meer?
Der frühere isländische Präsident Ólafur Ragnar Grímsson verwies auf 30 Erdbeben kurz vor der Insel Eldey. Das könne auf einen Ausbruch im Meer hindeuten, schrieb er am Montag auf X (vormals Twitter, siehe Tweet oben).







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