Mi, 17. Oktober 2018

Empörung über Spot

26.03.2012 14:10

Adolf Hitler wirbt in der Türkei für Männer-Shampoo

"Warum benützt du Frauen-Shampoo, wenn du kein Frauenkleid trägst?", fragt niemand anderer als Adolf Hitler in einer aktuellen TV-Werbung (siehe Video) der türkischen Kosmetikfirma Biomen. Der zwölf Sekunden lange Werbespot kursiert seit seiner Erstausstrahlung im türkischen Fernsehen auch im Internet und sorgt weltweit für Empörung.

"Jetzt gibt es das hundertprozentige Shampoo Biomen", denn ein "ecter Mann, benützt Biomen" [sic!], ist in falschem Deutsch in den Untertiteln der Werbung zu einem Türkisch sprechenden Adolf Hitler zu lesen. Die Kritik an der TV-Werbung, für die authentisches Filmmaterial einer Rede verwendet wurde, ließ nicht lange auf sich warten.

"Ekelhafter Reklametrick"
Es sei vollkommen inakzeptabel, für eine Werbekampagne Adolf Hitler zu benutzen, der eine "perverse Mentalität" repräsentiere, die zum Tod von Millionen Menschen geführt habe, verurteilte die jüdischen Gemeinde in der Türkei den Werbespot scharf. Die Gemeinde forderte eine öffentliche Entschuldigung, um "die Verletzung wiedergutzumachen, die dem Gewissen der Menschheit zugefügt wurde".

Die Verwendung der Hitler-Bilder sei "ein ekelhafter und bedauernswerter Reklametrick", verlautete auch Abraham Foxman, der Vorsitzende der US-amerikanischen Anti-Defamation League (ADL), die sich gegen Antisemitismus engagiert. Er kündigte bereits eine schriftliche Beschwerde beim türkischen Botschafter in Washington an.

Auch in den türkischen Medien wurde Kritik laut. Die Tageszeitung "Hürriyet" schrieb, dass die Werbung sozial unverantwortlich und geschmacklos sei. Doch trotz der heftigen Proteste weigert sich das türkische Staatsfernsehen laut Medienberichten bislang, den Werbespot abzusetzen.

Hitler immer wieder als Werbefigur

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Adolf Hitler als Werbefigur missbraucht wird – auch in Österreich. Gehen Hitler-Schnaps und -Wein in Italien schon seit Längerem über den Ladentisch, sorgte zuletzt im Dezember des Vorjahres ein Vorarlberger für Aufregung. Er hatte in seinem Internet-Blog Alkoholika feilgeboten, die mit Hitler- Etiketten versehen waren.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch ermittelte daraufhin, stellte das Verfahren aber mit der Begründung ein, es sei nicht nachweisbar, dass der Vorarlberger sich im nationalsozialistischen Sinne betätigt habe. Der Mann habe entsprechende Produkte im Internet entdeckt und lediglich geglaubt, eine gute Geschäftsidee gefunden zu haben, so Staatsanwaltschaftssprecher Heinz Rusch.

Beworben hatte der Mann seine Ware als "Nostalgische Flaschen von ehemals geschichtlichen Größen". Er habe den Verkauf der Flaschen mit Etiketten, auf denen Bilder Adolf Hitlers und Hakenkreuze abgebildet waren, gleich zu Beginn der Ermittlungen eingestellt, hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

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