Bei Bergtouren

„Gute Vorbereitung ist das Allerwichtigste“

Oberösterreich
07.09.2023 16:00

Rund 40 Prozent aller Einsätze der oö. Bergrettung machen Notrufe von Personen aus, die sich verirrt oder verstiegen haben. Vorbereitung ist essenziell, wenn man in die Berge geht, darauf weist die Bergrettung schon lange immer wieder hin. Erst Dienstag Abend hatten vier junge Tschechen den Traunstein massiv unterschätzt.

„Es gibt viele, die haben während ihrer Touren keine Ahnung, wo sie eigentlich gerade sind“, weiß Bergretter und Notarzt Tobias Huber: „Das ist oft wie beim Autofahren, man stellt sich das Navi, weiß aber meist nicht, in welchem Tal, auf welcher Straße oder an welchem Ort man gerade vorbeigefahren ist.“ Der Experte rät zu einem spielerischen Zugang: „Sich regelmäßig zu fragen, wie das Tal heißt, aus dem man gerade aufsteigt, welchen Hang man gerade bezwingt und in welcher Richtung genau das Ziel ist, kann im Notfall helfen, seinen Standort leichter zu bestimmen.“ Auch markante Orientierungspunkte sollte man bewusst wahrnehmen.

Auch Hilfsmittel muss man bedienen können
Viele verlassen sich auf das Smartphone – aber ohne Koordinaten ist die Suche für die Helfer schwierig. Sie propagieren die App „What3Words“: Diese Software teilt den Globus in drei mal drei Meter große Quadrate, und weist jedem davon drei zufällige Wörter zu. Anhand dieser Kombination kann jede Position auf der Welt unverwechselbar bestimmt werden. „Auch die Software sollte schon im Vorhinein installiert werden“, rät der Experte Huber zur Voraussicht.

Traunstein unterschätzt
Erst am Dienstag Abend haben vier 19-jährige Tschechen den Traunstein deutlich unterschätzt: Sie mussten - verirrt und erschöpft - in der Nacht auf Mittwoch von Alpinpolizei und Bergrettung geborgen und ins Tal begleitet werden. Das Quartett war zu Mittag aufgestiegen und hatte erst gegen 18 Uhr den Abstieg begonnen, sich dabei nach Kondition aufgeteilt. Die ersten beiden setzten gegen 21.11 Uhr einen Notruf ab, weil sie sich verstiegen hatten. Bergretter brachten sie auf den Weg zurück und ins Tal. Erst unten sagten die beiden der Alpinpolizistin, dass noch zwei Freunde am Berg sind. Sie wurden am Sulzkogel entdeckt und ebenfalls gerettet.

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