Coue wurde den Berichten zufolge mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Schestakow in San Rafael gebracht. Wie lange der Franzose der prallen Sonne ausgesetzt war, ist unbekannt. Er sei bei einer Körpertemperatur von 40 Grad vorübergehend in ein Koma versetzt worden, erklärte Spitalsdirektor Alberto Dauverne der argentinischen Nachrichtenagentur DyN.
Dauverne hatte den Zustand des Piloten laut der Zeitung am Montag als kritisch eingestuft. Coue habe keinen Unfall erlitten, sondern sei wegen der großen Hitze von über 40 Grad Celsius in Ohnmacht gefallen. Leichte Entwarnung gab es dann am Dienstag vom Team des Franzosen. Er sei demnach wieder bei Bewusstsein. Die Situation scheine weniger besorgniserregend als zu dem Zeitpunkt, als Coue ins Krankenhaus gebracht worden war.
Peterhansel gibt Führung auf dritter Etappe ab
Die sportlichen Leistungen wurden einmal mehr in den Hintergrund gedrängt: Stephane Peterhansel verlor auf der 208 Kilometer langen dritten Etappe nach zwei Reifenschäden mehr als sechs Minuten auf den Tagesschnellsten und Teamkollegen Nani Roma aus Spanien und musste seine Gesamtführung wieder abgeben. Zweiter wurde bei der Etappe von San Rafael nach San Juan in einem weiteren Mini der Pole Krzysztof Holowczyc. Holowczyc holte sich damit die Führung in der Gesamtwertung vor Robby Gordon aus den USA im Hummer.
Auch bei den Motorrädern gab es eine Verschiebung auf den vorderen Rängen. Der Franzose Cryil Despres auf KTM sicherte sich durch seinen Tagessieg vor dem Niederländer Frans Verhoeven Platz eins. Der bisher voran liegende Spanier Marc Coma verlor als Siebenter über 13 Minuten auf seinen Teamkollegen und liegt gesamt mit nun etwas mehr als zehn Minuten Rückstand auf dem zweiten Platz.
Medien: Rallye Dakar als "Inferno"
Die Schlagzeilen gehörten aber der Unglücksserie, die die aktuelle Rallye Dakar verfolgt: "Es ist ein Inferno", titelte die Sportzeitung "Ole" am Dienstag, nachdem der Zwischenfall mit Coue bekannt geworden war. Ebenfalls am Montag war Coues Landsmann Da Costa auf seiner Yamaha mit einer Kuh kollidiert. Der Fahrer wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Mendoza gebracht.
Peruanischer Fahrer mit mehreren Zehenbrüchen
Kurz vor diesem Unfall hatte der peruanische Biker Manuel Jamett aufgegeben. "Der Motorradfahrer ist auf der Wertungsprüfung nach Kilometer 206 gestürzt und wird von den Veranstaltern versorgt. Er hat sich mehrere Zehen gebrochen und beschlossen aufzugeben", hieß es vom Veranstalter. Der argentinische Motorradpilot Cerdera ist indessen auf der zweiten Etappe mit seiner Kawasaki gegen ein Pferd gefahren. Auch er wurde mit Prellungen und Schürfwunden ins Schestakow-Spital gebracht, verließ es aber noch am Abend, um das Rennen wieder aufzunehmen, erklärte Dauverne.
Ein Pilot und zwei Zuschauer am ersten Tag getötet
Gleich zu Beginn der Dakar, die in diesem Jahr zum vierten Mal durch Südamerika führt, war der argentinische Motorradfahrer Boero tödlich verunglückt. Wie am Tag darauf bekannt wurde, starben am Sonntag zudem zwei Insassen eines Ultraleichtflugzeugs, die das Rennen offenbar aus der Luft verfolgt hatten. Sie waren mit der Maschine abgestürzt.
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