Ausgezwitschert?

Wenn auch die Lacken nicht mehr ganz dicht sind…

Burgenland
14.07.2023 09:00

... dann haben die Zugvögel der Welt ein großes Problem. Denn dann fehlt ihnen eine wichtige Tankstelle.

Der Umweltdachverband feiert heuer sein 50-Jahr-Jubiläum und tourt dazu durch alle Bundesländer. Überall zeigt er ein relevantes Thema auf. 

Besuch bei den Salzlacken
Im Burgenland besuchten Gerald Pfiffinger, der Geschäftsführer des Umweltdachverband und Gábor Wichmann, der Geschäftsführer von BirdLife Österreich & UWD-Vorstandsmitglied den Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel mit seinen Lacken. Denn diese drohen zu verschwinden, was sowohl für die Zugvögel als auch für die heimischen Vögel ein Drama wäre.  

Von 140 auf 30
Gab es früher rund 140 Lacken, sind es heute noch 30. Das Hauptproblem: Das Grundwasser fehlt. Das ist aber nötig, um eine Kapillarwirkung hervorzurufen, die Salz aus dem Grundwasser nach oben befördert und am Boden der Lacke „ausblühen“ lässt. Das dichtet einerseits den Lackenboden ab, und hält so, wenn es regnet, das Wasser in der Lacke. Andererseits ist es nötig, damit Salinenkrebschen entstehen, die wiederum eine wichtige Nahrung für die Vogelwelt sind.  Fehlt das Grundwasser, sind die Lacken nicht mehr dicht. Das Wasser verschwindet, die Lacken verlanden und mit ihnen die tausenden Zugvögel.

Direktor Hannes Ehrenfeldner veranschaulichte es ganz einfach: Der Seewinkel mit seinen Lacken ist für den weltweite Vogelzug genauso wichtig, wie der Frankfurter Flughafen für den internationalen Flugverkehr. 

Hier kommen die Vögel von Afrika an, um ihren speziellen Treibstoff – nämlich die Salinenkrebschen und andere Lackenbewohner – zu „tanken“. Sie laden sich hier für den Weiterflug in den Norden auf. Wenn diese Tankstellen aber leer sind, werden sich die Tiere andere Routen suchen und nicht mehr zu uns kommen. 

Wichtig sei es also die letzten Lacken zu retten. In der EU wurde gerade das „Restauration Law“ beschlossen, das genau auf solche Probleme abzielt. 

Heißt für den Seewinkel: Dringend von der alpinen Wasserwirtschaft, die schaut, dass Wasser möglichst schnell abtransportiert wird, zur mediterranen Wasserwirtschaft umstellen. Das passiert schon teilweise, weil Entwässerungsgräben aufgestaut werden.

Wichtig sei aber laut der Experten auch, dass man im Seewinkel wieder zurück zu landwirtschaftlichen Kulturen geht, die für die Trockenheit geeignet sind. Sprich: Weg von Mais, Soja und Kartoffeln hin zu Getreide und Co. „Hier muss schnell etwas passieren, denn diese Kulturen können bei uns ohnehin nicht überleben. Denn schwindet das Wasser, kann man auch nicht bewässern. Dann sind aber auch die Vögel weg. Ein Teufelskreis, aus dem wir herausmüssen.“

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