LG Feldkirch

Prozess um serbischen Drogenbaron neu aufgerollt

Vorarlberg
20.06.2023 11:14

Weil er in Serbien in Abwesenheit zu acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden ist, wird der Prozess gegen den 39-jährigen Drogenbaron jetzt am Landesgericht Feldkirch neu aufgerollt. Ihm wird der Schmuggel und Verkauf hunderter Kilo Drogen vorgeworfen.

Neun Monate ist es erst her, dass der serbische Drogenschmuggler als einer der führenden Köpfe einer international agierenden Organisation vom Schöffensenat am LG Feldkirch zu dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Als Mitglied einer serbisch-bosnischen Bande hatte er den Schmuggel und Verkauf von 103 Kilogramm Kokain, 62 Kilogramm Heroin und 290 Kilogramm Cannabis mitorganisiert.

Angeklagter lebt als Familienvater in Vorarlberg
Nach Ansicht der Richter war der in Vorarlberg lebende Familienvater allein zwischen Februar und Juni 2021 am europaweiten Schmuggel und Verkauf von insgesamt 455 Kilogramm Rauschgift im Wert von mehreren Millionen Euro beteiligt. Dass der Fall nun neu aufgerollt wird, liegt „an einem Feststellungsmangel im ersten Rechtsgang“, so Mirsad Mursliu, einer der zwei Verteidiger des Angeklagten.

Gleich drei Anwälte vertraten den Angeklagten - unter ihnen Nikolaus Rast und Mirsad Musliu. (Bild: Chantall Dorn)
Gleich drei Anwälte vertraten den Angeklagten - unter ihnen Nikolaus Rast und Mirsad Musliu.

Dem zugrunde liegt das Urteil des serbischen Gerichts aus dem Jahre 2012. Damals war der nach Österreich geflüchtete zweifache Familienvater in seiner Heimat wegen Drogenhandels rechtskräftig zu acht Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden.

39-Jähriger schweigt
Da aber laut EU-Recht eine Verurteilung wegen eines Verbrechens in Abwesenheit des Angeklagten in Österreich nicht zulässig ist, strengten die Anwälte nun eine Neuaufnahme des Falls an. Während sich die Verteidigung gegen die Verlesung der Aussagen des ebenfalls flüchtigen Bruders des Serben bei Gericht ausspricht, schweigt der 39-Jährige auch gestern beharrlich.

Nach Beratung des Schöffensenats wird die Verhandlung Mitte Dezember fortgesetzt. Sollte der über Interpol gesuchte Bruder bis dahin nicht ausgeforscht sein, ist die Verlesung des Polizeiprotokolls rechtens. 

Chantal Dorn
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