Die besten Radrennfahrer werden laut einer Studie von Berner und Züricher Forschern immer dünner. Zwischen 1992 und 2022 hat der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) der ersten fünf Fahrer im Gesamtklassement eines großen Rennens deutlich abgenommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass der BMI bei den ersten fünf Fahrern der drei großen Radrennen (Frankreich, Italien, Spanien) in drei Jahrzehnten von 22,12 auf 20,13 gesunken ist.
Die Studie ist derzeit nur als Preprint veröffentlicht, sie wurde also noch nicht von einer Fachzeitschrift begutachtet. „Ein BMI von 20,13 ist nicht schlecht für die Gesundheit und weist nicht auf zukünftige Gesundheitsprobleme hin“, sagte Erstautor Alexander Smith von der Universität Bern in einer Mitteilung. Die Tendenz ist laut Smith jedoch „besorgniserregend“. Der Leistungsdruck kann zu schädlichem Verhalten führen, „mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Athleten, kurz- und langfristig“, so der Forscher.
Maßnahmen sollen helfen
Um dem entgegenzuwirken, wurden bei einigen Sportarten gewisse Maßnahmen eingeführt. „Zum Beispiel wurden in der Formel 1 Änderungen an den Berechnungen vorgenommen, die das Gewicht von Auto und Fahrer betreffen“, erklärte Mitautor Michael Liebrenz. „Beim Skispringen wurde eine Regel eingeführt, nach der die Länge der Skier eines Athleten auf seinem BMI basiert. Im Rudern wurden Mindest-Richtlinien für den Körperfettanteil eingeführt.“ Im Gegensatz dazu gibt es im Radsport keine solche Regeln. „Diese mangelnde Regulierung könnte langfristig das Wohlbefinden der Radfahrer und das Image des Sports gefährden“, schrieben die Forschenden in der Studie.
„Es ist an der Zeit, dass die führenden Gremien des Radsports proaktive Maßnahmen zum Schutz der Fahrer ergreifen“, schrieben die Autorinnen und Autoren in der Studie.
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