Der Konstrukteurstitel wird mit rund 60 Millionen Euro aus dem Vermarktungstopf belohnt. Damit ist ein bedeutender Teil des Jahresbudgets wieder hereingespielt. Dazu kommt das Prestige, den großen Teams wie Ferrari, McLaren und Mercedes zum bereits zweiten Mal in Folge die Team-Trophäe weggeschnappt zu haben. Obwohl, wie Vettel schon mehrmals erwähnt hatte, das Auto heuer nicht so dominant war wie der RB6 im Vorjahr.
"Nicht schlecht für Getränkehersteller"
Erst sechs Teams (Brabham, McLaren, Williams, Ferrari, Renault, Red Bull) haben beide Titel erfolgreich verteidigt. "Nicht schlecht für einen Getränkehersteller", stellte Teamchef Christian Horner in Südkorea zum wiederholten Male fest und ergänzte: "Das ist ein ganz besonderer Tag für Dietrich Mateschitz, seit er vor sieben Jahren die Vision hatte, Jahren das Jaguar-Team zu kaufen."
Der Red-Bull-Chef hatte an diesem Sonntag doppelten Grund zur Freude. Schon bevor seine Formel-1-Schützlinge in Südkorea zum neuerlichen Triumph fuhren, hatte der ebenfalls von Red Bull unterstützte Casey Stoner in Australien den MotoGP-Titel sichergestellt (siehe Infobox). In Yeongam komplettierten dann die beiden Toro Rossos mit beiden Autos in den Punkterängen einen großen Motorsport-Tag, über den erst später durch den tödlichen Unfall von Indy-Pilot Dan Wheldon in Las Vegas Schatten geworfen wurden.
Für Vettels zehnten Saisonsieg hatten die heuer noch ungeschlagenen Qualifikations-Könige sogar die Samstags-Pole und damit eine große Serie "geopfert". Der bei zwölf Saison-Poles haltende Vettel hat aber immer noch die Bestmarke von Nigel Mansell (14) sowie Michael Schumachers Rekord von 13 Saisonsiegen in Reichweite.
Webber kämpft noch um Platz zwei
Ob dem Team nach dem "Doppel-Doppel" auch der angepeilte Hattrick gelingt, nämlich nach dem Fahrer- und Konstrukteurstitel auch Platz zwei in der Fahrer-Weltmeisterschaft zu holen, ist offen. Der viertplatzierte Webber hat drei Rennen vor Schluss 13 Punkte Rückstand auf den zweitplatzierten McLaren-Fahrer Jenson Button, der Australier hat aber selbst seit August 2010 nicht mehr gewonnen. Dennoch betonte Horner: "Jetzt liegt die Priorität darauf, Mark in der Weltmeisterschaft auf Platz zwei zu bekommen."
Fokus liegt schon auf der Saison 2012
Gleichzeitig liegt bei RBR der Fokus längst auch auf der Saison 2012. Nur Ferrari, McLaren und Williams haben dreimal in Folge den Konstrukteurspokal geholt. Deshalb war Star-Designer Adrian Newey in Südkorea schon gar nicht mehr an der Rennstrecke, sondern zu Hause in England, um am RB8 zu arbeiten. Die restlichen Rennen sind die besten Testmöglichkeiten, die es für 2012 gibt. "Wir sind nicht so dumm oder arrogant, zu glauben, dass das jetzt etwas Normales ist. Unsere Konkurrenten werden über den Winter alles versuchen, um uns zu überholen", warnte Horner.
Gefeiert wird nun aber doch schon in dieser Woche, bevor es zur Grand-Prix-Premiere nach Indien geht. Am Mittwoch ist die Betriebsfeier in der Red-Bull-Rennfabrik im englischen Milton Keynes angesetzt. Am Samstag kommt Vettel dann samt Auto in seine Heimatstadt Heppenheim. Der Siegeshunger des längst in der Schweiz lebenden Deutschen ist auch nach dem 20. Karriere-Sieg (gleich viel wie Mika Häkkinen) noch lange nicht gestillt. "Man hat vielleicht erwartet, dass wir es jetzt lockerer angehen. Aber wir sind nach wie vor hier, um zu gewinnen", erklärte der 24-Jährige.
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