Für Wiederannäherung
Japans Regierungschef reist nach Südkorea
Die Regierungen Japans und Südkoreas wollen sich wieder annähern. Japans Ministerpräsident Fumio Kishida reist am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch nach Südkorea. Dort will er mit dem Präsidenten Yoon Suk-yeol unter anderem über die sich „schnell wandelnde internationale Situation“ sprechen.
„Japan und Südkorea sind wichtige Nachbarn, die zusammenarbeiten müssen, um die verschiedenen Herausforderungen der globalen und regionalen Wirtschaft sowie der internationalen Gemeinschaft zu bewältigen“, sagte bereits Japans Finanzminister Shunichi Suzuki. Die beiden Länder könnten beispielsweise private und staatliche Partnerschaften in Hochtechnologiebranchen wie Halbleiter und Batterien stärken. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar hatten die Regierungen Japans und Südkoreas vereinbart, sich auf jeder diplomatischen Ebene mehr auszutauschen.
Hintergründe sind die Aufrüstung Nordkoreas und der wachsende Einfluss Chinas in der Region. Der südkoreanische Präsident Yoon reiste im März nach Tokio. Damals einigte er sich mit Kushida, gegenseitige Besuche wiederaufzunehmen und einen bilateralen Sicherheitsdialog zu führen. Zudem wurde ein Handelsstreit beigelegt.
Streit um Entschädigungen für Zwangsarbeit
Die beiden Länder streiten seit Jahrzehnten über Entschädigungen für Südkoreanerinnen und Südkoreaner, die während der Zeit der japanischen Besetzung (1910 bis 1945) Zwangsarbeit leisten mussten oder zur Prostitution gezwungen wurden. Daraufhin folgte ein Exportstreit. Die japanische Regierung beschränkte unter anderem die Belieferung südkoreanischer Konzerne mit technischen Gütern. Im Gegenzug wurde Japan das Recht auf beschleunigte Export-Verfahren entzogen.
Inzwischen kündigte die Regierung in Seoul an, frühere Zwangsarbeitende oder Hinterbliebene doch noch durch einen öffentlichen Fonds zu entschädigen. Kushidas Besuch in Südkorea ist die erste Visite eines japanischen Regierungschefs im Nachbarland seit fünf Jahren. Er sprach von einer „guten Gelegenheit“, den diplomatischen Beziehungen weiteren Schwung zu verleihen.







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