Viel Zeit zum Feiern hatte sich der 24-Jährige nach seinem Triumph in Japan nicht gegönnt. Weil ihn der dritte Platz in Suzuka wurmte, ließ er seine partywilligen Helfer nach dem Rennen sogar noch stundenlang warten und analysierte mit den Ingenieuren die Gründe für den verpassten Sieg. Genauso akribisch und zielorientiert will Vettel auch die Saison zu Ende bringen. "Wir müssen weiter sehr hart arbeiten und mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben", mahnte Vettel.
In Südkorea steht die nächste Party an
Ohnehin winkt ja schon in Südkorea eine weitere Feier. Holt das McLaren-Team am Sonntag (8 Uhr MESZ/ORF1 und im krone.at-Ticker) weniger Punkte als das Red-Bull-Duo, ist Vettels austro-englischer Rennstall auch erneut Konstrukteurs-Weltmeister. "Wir dürfen uns nicht gehen lassen", sagte Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey. Der Brite würde zum achten Mal einen Team-Triumph mit einem von ihm entworfenen Auto feiern.
"Der Fahrertitel war der erste Teil, jetzt wollen wir auch den Konstrukteurstitel behalten", forderte Teamchef Christian Horner und erklärte: "Im Team ist das fast noch wichtiger, es geht um das Prestige in der Boxengasse. Und schließlich wird auch der Bonus danach ausgezahlt." In der Tat berechnet Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die Zuschüsse an die Rennställe aus dem Vermarktungstopf nach der Platzierung in der Teamwertung.
McLaren hat "nichts vom Ehrgeiz eingebüßt"
McLaren war in diesem Klassement zuletzt 1998 ganz vorne und wird bei 130 Punkten Rückstand wohl auch dieses Jahr nur Zweiter werden - ein großes Ärgernis für die britische Traditionsmarke. Auf der im Vorjahr eröffneten Strecke von Yeongam wollen Japan-Sieger Jenson Button und Kollege Lewis Hamilton zumindest den 700. Grand Prix für McLaren zu einem Erfolg machen. "Auch wenn die Fahrer-WM entschieden ist, haben wir nichts von unserem Ehrgeiz eingebüßt", versicherte Teamchef Martin Whitmarsh.
Auch Ferrari-Star Fernando Alonso hat trotz seiner WM-Niederlage gegen Vettel in diesem Jahr noch einiges vor. Dem Spanier gab Platz zwei in Suzuka wieder Auftrieb. Zudem gewann er in der vergangenen Saison die Südkorea-Premiere, wenn auch nur dank eines Motorschadens des souverän führenden Vettel. "Wir sind immer noch konkurrenzfähig. Also warum sollten wir nicht in den verbleibenden Rennen um den Sieg mitfahren können", meinte Alonso.
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