"Don't Worry, Ski Happy!", lautet Schönfelders Motto, das auch auf seiner Ausrüstung nicht zu übersehen sein wird. "Ich bin fit, voller Energie und das Skifahren macht so viel Freude wie schon lange nicht mehr", meinte Schönfelder, der sich unter der Leitung seines Individual-Trainers Christian Huber in Schuss gebracht hat. "Das individuelle Training tut mir sehr gut, weil ich anders funktioniere als die Masse."
Wie recht er mit dieser Eigendefinition doch hat! Ein - nicht ganz ernst gemeintes - Video auf seiner Homepage zeigt den Querkopf und Rebell in einer Trainingseinheit der besonderen Art: In bester Rocky-Manier drischt "Schöni" auf Schweinehälften ein. Selbst-Promotion will eben gelernt sein.
"Wir sind am richtigen Weg"
Dass der zweifache Olympia-Bronze-Gewinner 2006 vor allem in seiner Paradedisziplin Slalom gut in Schuss ist, hat er im Rahmen seines Trainingscamps in Neuseeland eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bei zwei recht gut besetzten Slaloms in Coronet Peak belegte Schönfelder, Slalom-Weltcup-Sieger 2004, am 24. August und 3. September jeweils Rang zwei.
"Ich war selbst überrascht, dass es schon so gut geht. Es scheint, als hätte ich meine Abstimmung schon recht gut gefunden. Wir sind am richtigen Weg", sagte Schönfelder, der auf Völkl-Skiern und in Rexxam-Schuhen am Weltcup-Comeback bastelt. Der Trip nach Neuseeland war für Schönfelder kostspielig, hat ihn aber "einen riesengroßen Schritt" nach vorne gebracht.
"Ich kann es schaffen"
Die Chancen Schönfelders auf eine erfolgreiche Quali sind im Slalom (Auftakt am 13. November in Levi) höher als im Riesentorlauf. Aber "Schöni" will auch die Chance auf Sölden am Schopf packen. "Es ist ein Versuch, aber sicher nicht nur Gaudi. Der Gedanke ist da, dass ich es schaffen kann." Im Gegensatz zum Slalom hat Schönfelder aber im Riesentorlauf die ideale Abstimmung noch nicht gefunden, dafür war die Zeit in "fünf brauchbaren Trainingstagen" in dieser Disziplin zu kurz.
Schönfelders bis dato letzte Top-Ten-Platzierung im Weltcup ist mehr als dreieinhalb Jahre her. Seitdem ist der einstige Hitparaden-Stürmer (mit dem Song "Popmusic") durch eine Reihe schwerer Verletzungen weit zurückgeworfen worden. "Aber jetzt bin ich gewaltig am Aufholen", berichtete Schönfelder.
Personifiziertes Selbstvertrauen
Nun will der Wahl-Wiener in den kommenden Wochen beweisen, dass die Entscheidung von Herren-Chef Mathias Berthold, ihn aus dem Kader zu eliminieren, eine eindeutig falsche war. "Ich hätte einen derart fitten und motivierten Schönfelder nicht aus dem Kader geworfen. Weil ich weiß, was ich mir zutrauen kann und die Umstände kenne, warum ich in den letzten Jahren nicht schnell skifahren konnte", stellte Schönfelder klar.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.