Fr, 17. August 2018

Prozessauftakt

28.09.2011 17:47

D: Kamerad bei "Kopfschuss-Spiel" getötet?

Der mysteriöse Tod eines Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan beschäftigt seit Mittwoch das Landgericht im deutschen Gera. Einem früheren Kameraden des Opfers wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Sicher ist bislang nur: Ein Schuss aus der Waffe des Angeklagten traf den 21-Jährigen in den Kopf. Unklar ist aber, ob der Tod ein tragischer Unfall war - wie von der Verteidigung dargestellt - oder Folge eines menschenverachtenden "Spiels".

Nach Darstellung des ebenfalls 21-jährigen Angeklagten klingt der Vorfall, der sich am 17. Dezember 2010 im Außenposten "OP North" ereignete, überaus tragisch. Das Magazin seiner Pistole habe nach dem Reinigen geklemmt, sagte der Beschuldigte vor Gericht. Als er auf die Waffe geschlagen habe, habe sich ein Schuss gelöst. Der Kamerad wurde am Kopf getroffen und starb.

Ein Gutachten des Thüringer Landeskriminalamtes ergab allerdings, dass die Waffe keinerlei Mängel aufwies. Die Anklage sieht den Fall deswegen deutlich anders. Nach ihrer Meinung zielte der Beschuldigte mit der Pistole vom Typ P8 auf den Kopf des Opfers - und drückte ab. Offenbar hatte der Schütze gedacht, dass die Waffe nicht durchgeladen sei. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann nun fahrlässige Tötung und Ungehorsam in einem besonders schweren Fall vor.

Laut Medienberichten entschuldigte sich der Angeklagte zum Auftakt bei den Angehörigen des Getöteten. Ein Herumspielen mit der Waffe stritt er jedoch ab. Der Prozess wird fortgesetzt, im Falle einer Verurteilung drohen dem Ex-Soldaten bis zu fünf Jahre Haft.

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