Fehler bei Routine-OP

Fall Nadina: Polizei ermittelt nun in Innsbrucker Klinik

Tirol
25.09.2011 12:44
Polizeibeamte des Landeskriminalamtes überprüfen im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Innsbrucker Klinik auf organisatorische Mängel. Auslöser war der tragische Fall der kleinen Nadina, die seit einer Routine-OP vor dreieinhalb Jahren schwerstbehindert ist. Auch die medizinische Seite wird näher beleuchtet – ein pharmakologisches Gutachten wurde in Auftrag gegeben.

Der Fall Nadina birgt – wie berichtet – juristischen Sprengstoff. Das Mädchen ist seit einem Routine-Eingriff Anfang 2008 schwerstbehindert und wird es ihr Leben lang bleiben. Im mittlerweile Jahre währenden und schwierigen Kampf der Eltern um die Aufklärung der Geschehnisse im Operationssaal wurden angebliche Fehler der behandelnden Ärzte und auch bedenkliche Zustände an der Klinik in Innsbruck entdeckt, die möglicherweise Pannen ausgelöst haben könnten.

"Wir holen ein pharmakologisches Gutachten ein"
Die Staatsanwaltschaft reagierte und nahm Ermittlungen gegen die Tilak als Beschuldigter nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz auf – das gab es bisher noch nie. Die ersten Schritte im Ermittlungsverfahren setzte die Staatsanwaltschaft vergangene Woche: "Wir holen ein pharmakologisches Gutachten ein, um zu überprüfen, ob die Narkose- und Arzneimittel fach- und sachgerecht verabreicht wurden. Zudem überprüft das Landeskriminalamt parallel die Organisationsstruktur an der Klinik auf etwaige Mängel", schildert Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Tilak gibt nur "magere" Stellungnahme ab
Beide Schritte beinhalten Sprengstoff für die Tilak als Verband: Denn einerseits steht im Raum, dass die kritisierten Medikamente an der Klinik standardmäßig so verwendet werden, andererseits gab ein behandelnder Arzt offenbar "Personalmangel" und "Umzug in neue Räume" als Grund für die Unterlassung der Überwachung Nadinas während und nach der OP an.

Von Tilak-Seite wird dazu nur ausflüchtend Stellung genommen: "Wir unterstützen die Staatsanwaltschaft und sind an einer Aufklärung interessiert", erklärte Sprecherin Teresa Lackner kurz. Mehr wollte man nicht dazu sagen.

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