Brucknerjahr 2024

„So etwas hat die Welt noch nicht gehört!“

Kultur
26.03.2023 17:00

Ein Feuerwerk wird es bei der Klangwolke wieder keines geben und Corona hat das Publikum verändert! Dietmar Kerschbaum, Intendant des Brucknerhauses, reagiert darauf und macht das Konzerthaus, das nächstes Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert, digital. Auch Klimaschutz ist Thema und natürlich Anton Bruckners 200. Geburtstag. Er gibt im „Krone“-Talk eine Weltpremiere preis.

„Krone“: Hat die Pandemie mit den vielen Lockdowns Spuren hinterlassen?
Dietmar Kerschbaum: Ja, es ist eine Transformation in der Kultur spürbar. Die Abo-Einbrüche sind bei uns nicht eklatant, der Abendverkauf hat aber spürbar zugenommen. Die Leute entscheiden flexibler, darauf wollen wir künftig auch unser Marketing ausrichten.

Was muss ich mir darunter vorstellen?
Wir wollen künftig mehr ins Digitale gehen. Die gedruckten Abendprogrammhefte wird es à la longue nicht mehr geben. Wir haben 200 Konzerte pro Jahr, auf Plattformen im Internet kann man Videos einspielen, Hintergründe der Orchester. Das kann man sich dann runterladen - da werden wir vieles investieren. Derzeit fahren wir noch parallel.

Wie macht das Brucknerhaus beim Klimaschutz mit?
Wir werden unseren Beitrag leisten! Unser Feuerwerk bei den Klangwolken bleibt fix eingestellt. Das hat auch einen Symbolwert für unsere Gesellschaft, um aufzuzeigen, wo wir hinwollen. Wir haben seit letztem Jahr ein Mülltrennungssystem, wir stellen alle Leuchtkörper auf LED um, auch die Effektbeleuchtung im Saal, wir sind permanent dran. Photovoltaik ist von der Stadt angedacht, das Dach wurde schon begutachtet.

Das Linzer Brucknerhaus hat 2024 seinen 50. Geburtstag: Bis heute ein architektonisches Wahrzeichen von Linz. (Bild: Horst Einöder/Flashpictures)
Das Linzer Brucknerhaus hat 2024 seinen 50. Geburtstag: Bis heute ein architektonisches Wahrzeichen von Linz.

Das nächste Jahr widmet sich Anton Bruckner, dem Namenspatron des Hauses. Was denken Sie über Bruckner?
Er hat es nicht einfach gehabt, seine Zeit war von politischen Umwälzungen, auch vom Druck der Kirche geprägt. Er selbst war ein Hinterfragender: „Bin ich eh gut genug?“ Dennoch hat er nie aufgehört, an sich selbst zu glauben. Darin könnte er auch Vorbild für die Jugendlichen heute sein: Glaubt an Euch, ihr seid gut, ihr dürft nicht aufgeben!

Das Brucknerhaus ist federführend beim Programm des Brucknerjahrs 2024. Stadt Linz und Land ziehen bei dem Jubiläum auch an einem Strang. Eine Premiere?
Nicht nur. Ich glaube, wir begeben uns in eine neue Ära. Nach allen Ungereimtheiten und Aggressionen der letzten Jahre, sagen wir nun alle: „Wir lassen die Vergangenheit sein und nutzen das Jahr 2024, um einen neuen Dialog zu finden.“ Das ist in meinen Augen ein großes Geschenk zu Bruckners Geburtstag.

Welchen Programmpunkt im Brucknerjahr hat die Welt noch nicht gesehen?
Es werden alle 11 Symphonien im Originalklang aufgeführt, so wie Brucker sie geschrieben hat. Die Musiker spielen mit Originalinstrumenten aus dem 19. Jahrhundert. Da gibt es weltweit nur wenige Orchester, wir haben die besten. Alles im Brucknerhaus im Brucknerjahr 2024. Das Ziel wären auch Aufnahmen, denn diese Musik hat die Welt so noch nie gehört!

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