Schlimmstes verhindert

Lebensretter zog Nachbarn zweimal aus den Flammen

Tirol
26.01.2023 07:00

Bei einem Wohnungsbrand im Tiroler Langkampfen wurde Toni Auer vor dem Jahreswechsel zum Retter in der Not: Der 57-Jährige zog einen verwirrten Nachbarn gleich zweimal aus den Flammen und verhinderte das Schlimmste. Der „Krone“ schilderten er und seine Frau Linda, die nun in einer Ersatzwohnung leben, den dramatischen Abend.

Wenn es brenzlig wird, zählt ein kühler Kopf: Beim Feuer in einem Mehrparteienhaus in Langkampfen (Bezirk Kufstein) – die „Krone“ berichtete – ging es am 30. Dezember um Leben und Tod. Mittendrin Toni Auer, der als Brandschutzbeauftragter einer Firma und Ex-Feuerwehrmann zum Schutzengel im Acht-Parteien-Haus im Ortsteil Niederbreitenbach wurde.

Reagiert wie zigfach gelernt
„Ich saß vor dem TV und sah am Fenster plötzlich Rauchschwaden vorbeiziehen“, blickt Auer zurück. Sekunden später läutete völlig aufgelöst sein 72-jähriger Parterre-Nachbar: „Bei mir brennt es!“ Alarmieren – Retten – Helfen. Zigfach hatte Toni dies bei Schulungen gehört, rief als Allererstes die Feuerwehr. Da lief der verwirrte Nachbar in seine lichterloh brennende Garconniere. „Ich zog ihn heraus, doch in dem Durcheinander lief er ein zweites Mal hinein und ich riss ihn wieder zurück. Die Sicht betrug unter einen Meter.“

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„Die Bewohner sind auf ihre Balkone geflüchtet, das Stiegenhaus war zu stark verqualmt.“

Toni Auer

Kurz darauf läutete Toni bei allen Türklingeln Sturm. „Die Bewohner sind auf ihre Balkone geflüchtet, das Stiegenhaus war zu stark verqualmt.“ Unheimlich: „Der Brand erzeugte im Stiegenhaus einen Kamineffekt, Türen ließen sich nur mehr schwer auf- und zumachen.“

Tonis Hund lief plötzlich in verrauchte Wohnung zurück
Da lief plötzlich Fido, der Hund des Paares, zurück in die eigene Wohnung. Ein drittes Mal musste Toni Kopf und Kragen riskieren. Da rauschte auch schon die Feuerwehr heran, eine Person musste per Leiter vom Balkon geborgen werden, die anderen gelangten über das belüftete Stiegenhaus ins Freie.

Die Auers sind nun, wie auch andere, in einer Ersatzwohnung, das Inventar ist fast gänzlich verrußt und unbrauchbar. Brandursache war ein Adventkranz neben dem Bett. Dem Nachbarn, bei dem später Hauttransplantationen nötig waren, ist man nicht böse: „Niemand kam ums Leben, der Rest ist ersetzbar.“

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