Momente, für immer festgehalten: Die steirische Künstlerin Ulrike Königshofer sichert in „For the Time Being“ im Steiermark-Haus in Brüssel Vergängliches für die Ewigkeit. Klein, aber raffiniert ist die Ausstellung der Reihe „Art Steiermark“.
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Schwerer Stuck und dunkles Holz treffen in der Avenue de Tervueren 82 auf reduzierte Abbilder von Sonne, Mond und Steinen, von Licht und Zeit und Wahrnehmung überhaupt. Es sind nur drei Objekte, die Ulrike Königshofer nach Brüssel mitgebracht hat. Und doch geben diese einen faszinierenden Einblick, wie die Künstlerin die Welt wahrnimmt.
So hat die 1981 in Koglhof geborene Steirerin etwa Fotopapier mit Mondlicht belichtet und entwickelt. Das Ergebnis ist eine Folie in unperfektem, beinahe blutigem Rot namens „Noctural Light at Full Moon“, das strahlt wie der Himmelskörper selbst. Für ihr jüngstes Werk „Graphs“ hat sie mit einem speziell gebauten Apparat die Bewegung der Sonne festgehalten. Wo Wolken waren, blieb das Fotopapier weiß, wo die Sonne schien, zeigt sich eine schwarze Linie.
Kopierte Steine im falschen Lebensraum
Für „And for a Moment the Stone Holds Still“ hat Königshofer Steine aus der Themse gefischt und Replikate angefertigt, die sie wiederum in London „ausgesetzt“ hat. Mit diesem Eingriff in vermeintlich natürliche Prozesse macht sie Verborgenes sichtbar. Wie viele Jahrtausende haben diese Steine hinter sich? Wo wird ihr zweites Leben sie hintragen? Es ist eine Intervention, die verborgen bleibt, bis man ganz bewusst hinsieht. „In Zukunft will ich wieder mehr in Richtung des Skulpturalen, in den Raum gehen“, sagt die Künstlerin.
Schönheit, die man übersieht
Ihre Werke fangen Momente in ihrer Vergänglichkeit ein und abstrahieren sie einmal mehr. Es ist die Schönheit der Details einer Welt, die uns alle umgibt und die wir doch viel zu oft übersehen, die ihr Werk so zugänglich wie spannend macht.
Das Steiermark-Haus ist dafür der ideale Ort – und wird auch künftig steirischen Künstlern eine Bühne sein, wie Europa-Landesrat Werner Amon sagt: „In Kunst und Kultur hat die Steiermark viel zu bieten. Wir wollen diesen Raum noch stärker bespielen.“
Die Reise nach Belgien erfolgte auf Einladung des Landes Steiermark.
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