Wenn schon ein Anwalt auf die „mindere Intelligenz“ seines Mandanten hinweist, dann kann man davon ausgehen, dass auch bei den inkriminierten Taten so einiges „dumm“ gelaufen ist. Etwa ein Raub im Bekanntenkreis, wo ja die Täter von Anfang an bekannt sind. Oder Taxifahrten mit eben geklauten Drahteseln ...
Die sind - um es umgangssprachlich zu sagen - nicht die hellsten Kerzen auf der Torte, die da im Wiener Landesgericht als Angeklagte leuchten. Das sagt auch einer der beiden Verteidiger, der gleich einmal um Milde „wegen der eingeschränkten Intelligenz“ bittet. Er soll sie bekommen, während der andere Anwalt - Mirsad Musliu - gegen die Strafhöhe berufen wird. Doch das kommt erst später.
Opfer „Bekannter“ der Täter
Zunächst geht es um die Taten, die laut Anklage schweren Raub, Diebstahl und Drogenhandel umfassen. Es begann mit einer Kokainlieferung an „Bekannte“, bei der der angeklagte gebürtige Russe und der junge Slowake entdeckten, dass sich in der Jackentasche nicht nur die paar Euro für ein paar Gramm Suchtgift befunden hatten, sondern rund 11.000 Euro. Also - Faust ins Gesicht, Raub. Blöd, wenn das Opfer die Täter kennt.
Gegenseitig mit Beute fotografiert
Dann beging das Duo Einbruchsdiebstähle. Fahrräder en masse. Die sie via Internet verkauften. Einer der (Schein-)- Käufer: ein ermittelnder Polizist. Das geht noch unter „dumm gelaufen“. Aber wenn der Versuch scheitert, das Handy bei der Einvernahme mittels Gegen-den-Tisch-Hauen zu zerstören, ist das wiederum blöd. Vor allem, weil man sich gegenseitig mit der Beute fotografiert hatte. Und wenn man mit den geklauten Rädern auch noch Taxi fährt, gibt es einen weiteren Zeugen.
So kam es, wie es kommen musste, nämlich zu Verurteilungen: 8 Jahre für den Russen - wogegen sein Anwalt berufen wird, weil ihm dies trotz fünf Vorstrafen zu hoch erscheint. Und milde 7 Monate Haft für die slowakische „Leuchte“.









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